Mouches Volantes: Leuchtstruktur des Bewusstseins und Meditation mit offenen Augen.
Fragen und Antworten von Floco Tausin zum Thema: Glaskörpertrübungen bzw. Mouches volantes  oder fliegende Mücken.
Mouches volantes und das Bewusstsein
Ganzheitlich Sehen: Floco Tausin's Newsletter.
Eine Sammlung von Links zum Thema Mouches volantes.
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Ganzheitlich Sehen: Der Mouches volantes Newsletter
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"Ganzheitlich Sehen"

1/14 (Nr. 35)
ISSN 1662-808X
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Inhalt der News

1) Hauptartikel : Kein Hauptartikel
2) Nestors Wissen: Kleiner sehen, grösser sehen, ins Bild eingehen
3) Tipps: Die chemische Hochzeit
4) Kunst: “Muscae Volitatantes” von Hugo Martinez
5) Aus der Wissenschaft: Entoptische Lichtwahrnehmungen durch buddhistische Meditation
6) Zu guter Letzt: Feedback des Quartals

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Einführung

Mouches volantes: Meditation mit offenen Augen

"Ganzheitlich Sehen" ist der vierteljährlich erscheinende Newsletter des Autors und Bewusstseinsforschers Floco Tausin.
Meditation mit offenen Augen auf leuchtende Mouches volantes.
Mouches volantes: Meditation mit offenen Augen (Quelle)

Er beschäftigt sich mit den medizinischen, kulturellen und spirituellen Dimensionen von subjektiven visuellen Erscheinungen (siehe Diagramm). Hauptthema ist die Erforschung einer als "Mouches volantes" (MV) bekannten Erscheinung durch die Meditation mit offenen Augen: Sind MV in Wirklichkeit eine leuchtende Bewusstseinsstruktur, in welcher wir einen Weg zu unserem Ursprung zurücklegen?

Hauptartikel

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Nestors Wissen

Mein Mentor, Nestor der Seher, über das Sehen der Leuchtstruktur und die damit verbundene spirituelle Praxis.

Kleiner sehen, grösser sehen, ins Bild eingehen


»Wenn du einen materiellen Gegenstand detailliert sehen willst, musst du darauf zugehen oder ihn zu dir hinziehen, um ihn grösser und deutlicher zu machen – du musst also zusätzlich zur Konzentration körperlich Energie investieren. Wenn du dich dagegen sitzend auf die Grundstruktur konzentrierst, dann gibst du keine zusätzliche Energie in das Bild. Du komprimierst die Bewusstseinsschichten und verdichtest dieselbe Energie auf kleinerem Raum. Daher werden die Kugeln und Fäden intensiver, das heisst sie beginnen zu leuchten – aber sie werden eben kleiner, nicht grösser.«
Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins.
Aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins. Leuchtstruktur Verlag, Bern 2010, S. 293. (Quelle)
In diesem Zitat erklärt Nestor zwei Arten von visuellen Wahrnehmungsveränderungen: das „mikroskopische“ Sehen und das „makroskopische“ Sehen. In seiner Sehtheorie können wir Gegenstände dann kleiner, schärfer und „intensiver“ sehen („mikroskopisches“ Sehen), wenn wir uns auf eine nähere Bewusstseinsschicht konzentrieren bzw. den Fokus näher ziehen. Dabei wird dieselbe Energie des Bildes auf einer näheren und kleineren Fläche innerhalb des Sehfeldes konzentriert, was zum genannten Wahrnehmungseffekt führt (vgl. News 3/13). Um einen Gegenstand hingegen grösser und detaillierter zu sehen („makroskopisches“ Sehen), müssen wir den Energiebetrag im Bild in irgendeiner Form vergrössern. Auf der äusseren Leinwand bedeutet dies z.B., einen Gegenstand zu uns zu ziehen oder darauf zuzugehen – oder auch, ihn durch ein Fernglas zu betrachten. In all diesen Fällen investieren wir zusätzliche Energie – körperliche oder industrielle.


Diese Theorie entspricht der Vorstellung der Seher von den zwei Stufen der Bewusstseinsintensivierung: Durch konzentrative Übungen wird psychophysische Energie verdichtet und damit auch direkt erfahrbar und sehbar. Dadurch wird das Bild zwar intensiviert, aber die Bewusstseinsschichten noch nicht durchdrungen – ein mystisches Eingehen in das Bild ist dadurch nicht möglich. Dies wird erst dann möglich, wenn zusätzliche Energie angesammelt, im psychophysischen System zirkuliert und als Ekstase in das Bild als ein Ganzes gegeben wird (vgl. News 1/13). Dadurch fliegt der Seher oder die Seherin durch die Bewusstseinsschichten hindurch, nähert sich den Kugeln und Fäden und kann schliesslich mit seiner Quelle eins werden (vgl. News 2/12).
Literatur/Links:
    - Tausin, Floco (2007): Nestors Sehtheorie – eine Zusammenfassung. In: Ganzheitlich Sehen, Juni 2007 www.mouches-volantes.com (25.8.13).

    - Tausin, Floco: Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins, Bern 2010, (ISBN: 9783033021570).
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Tipps

Tipps aus dem Internet sowie Erfahrungen, Einsichten und Umgangsformen von Leserinnen und Lesern mit entoptischen Phänomenen.

Die Chemische Hochzeit der Rosenkreuzer

“Ich bin kürzlich auf der Webseite von Lectorium Rosicrucianum auf Auszüge aus dem Buch des Niederländers Jan van Rijckenborgh zur ‘Chymischen Hochzeit‘ von ‘Christian Rosenkreutz‘ aufmerksam geworden, welches ja DAS WERK der deutschsprachigen Alchymistenmystik schlechthin ist. … Das Königspaar lässt sich meiner Meinung nach auch als das Augenpaar deuten, die beiden ‚Blasen‘, welche vereint (‘Hochzeit‘) werden sollen (‘Drittes Auge‘ = volles Bewusstsein). … Hatte nach dem Lesen des Rijckenborgh-Textes sofort an die Röhren in den Augen gedacht.”
-- Werner

Im Jahr 1616 erschien das Werk Chymische Hochzeit: Christiani Rosencreutz Anno 1459, geschrieben von Johann Valentin Andreae. Es ist ein Dokument der so genannten „Rosenkreuzer“, eine Sammelbezeichnung für verschiedene tatsächliche oder fiktive Bruderschaften und Geheimbünde des frühen 17. Jh. bis heute. Die alten Manifeste der „Rosenkreuzer“ sind fantastische Werke voller Symboliken der damaligen bekannten religiösen und esoterischen Traditionen sowie der aufkeimenden modernen Wissenschaften. Sie verbinden v.a. jüdisch-christliche, alchemistische, hermetische und kabbalistische Spekulationen, Gesellschaftskritik und Reformationsgedanken. In der Chymischen Hochzeit erzählt Christian Rosencreutz seine siebentägige Reise in eine fantastische Welt. Er und weitere Auserwählte wohnen einem komplexen Vorgang bei, in welchem drei Königspaare enthauptet, ihre Überresten in chemischen Prozessen aufgelöst und ihre Essenzen in einem neu erzeugten Königspaar zum Leben erweckt werden.
Zwei Halbkreise, ein Kreuz, ein gepunkteter Kreis und eine Sichel – das Zeichen, das Christian Rosencreutz.
Zwei Halbkreise, ein Kreuz, ein gepunkteter Kreis und eine Sichel – das Zeichen, das Christian Rosencreutz auf dem Umschlag seiner Einladung zur Hochzeit fand. Es vereint mehrere Bedeutungen: Es ist die hieroglyphische Monade von John Dee (1527-1609), das astrologische Symbol für Merkur im Sternbild Widder, das alchemische Symbol für Vitriol (Kristall enthaltendes Sulfat eines Metalls) und Merkur als Lebensquelle; aber auch das Zeichen des Paracelsus (ca. 1493-1541) und des göttlichen Hermes Trismegistos.
Transportiert die Chymische Hochzeit entoptische Erscheinungen, wie Werner vorschlägt? Möglich ist es, denn das Werk ist u.a. eine Beschreibung eines Transformationsprozesses, der mit der Fragmentierung, Verwandlung und Wiederbelebung des Körpers an alte schamanische Initiationsrituale erinnert (vgl. News 2/10). Damit könnte die chemische Hochzeit eine Metapher für eine ekstatische Praktik und Intensivierung des Bewusstseins ähnlich dem „Weg in der Leuchtstruktur“ sein. Mehrere Motive im Text verweisen denn auch auf abstrakte Formen, die möglicherweise die Bewusstseinsschichten und die Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur symbolisieren: Der alchemische Prozess vollzieht sich in einem siebenstöckigen Turm, wobei jeder Schritt des Prozesses auf der nächsthöheren Ebene stattfindet. Aufsteigen können die Auserwählten nur durch „Seile“, „Leiter“ oder „Flügel“. Die Leichname der Königspaare werden durch eine in „Röhren“ fliessende Flüssigkeit „aufgelöst“; die Essenz wird in einer „goldenen Kugel“ gesammelt, die erhitzt wird und ein „schönes grosses, schneeweisses Ei“ hervorbringt. Aus diesem schlüpft ein Vogel, der genährt, enthauptet und verbrannt wird, aus dessen Asche werden zwei kleine Menschen (Homunculi) geformt, die mit dem Blut des Vogels genährt werden und zu einem Mann und einer Frau heranwachsen. Durch ein „Loch im Dach“ wird ein „heller Feuerstrahl durch das Rohr“ auf die beiden hinuntergeschickt. Auf diese Weise werden der neue König und die neue Königin beseelt und zum Leben erweckt.

Vielleicht symbolisiert das Königspaar die Mouches volantes-Kugeln oder die Leuchtstruktur generell, die zunächst mit weltlichem Ballast gefüllt sind und gereinigt und zum Leuchten gebracht werden müssen. Vielleicht sind sie auch die Seherinnen und Seher, die während eines zeitlich begrenzten, intensitätssteigernden Sehaktes Energie in die Leuchtstruktur bzw. in die „Seile“, „Leitern“ und „Flügel“ investieren, um die „Stockwerke des Turmes“ zu überwinden bzw. mehrere Bewusstseinsschichten zu durchdringen, dabei ihre vielfältige Persönlichkeit aufzulösen, sich als frei fliessende Energie oder „Essenz“ in den „Kugeln“ und „Röhren“ der Leuchtstruktur zu erfahren, und schliesslich als neue, geklärte Individuen zurückkehren, die sich ihrer Verbundenheit mit dem Bild als einem Ganzen bewusst sind.

Danke, Werner, für diesen Hinweis!
Literatur/Links:
    - Andrae, Johann Valentin (1616): Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz Anno 1459 (Ins Neuhochdeutsche übertragen von Lorenzo Ravagli). Strassburg: Lazarus Zetzner. www.anthroweb.info (25.5.14)

    - Bleiler, Everett F. (2008): Johann Valentin Andreae, Fantasist and Utopist. Science Fiction Studies 35, Nr. 1: 1-303
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Kunst

Kunstwerke aus verschiedenen Kulturen und Zeiten, die entoptische Phänomene zeigen oder durch sie inspiriert sein könnten...

“Muscae Volitatantes” von Hugo Martinez

Mouches volantes sind Quellen der künstlerischen Inspiration, nicht nur für Schriftsteller und Maler, sondern auch für Musiker. Nachdem in Ganzheitlich Sehen bereits das norwegische Projekt “Mouches Volantes” (vgl. News November 2006) und die niederländische “Laptop + Video Performance”-Band “Mouches Volantes” (vgl. News 2/08) vorgestellt wurden, geht es diesmal nach Bowling Green in Ohio.
Coverbild des Liedes “Muscae Volitatantes”.
Das Coverbild des Liedes “Muscae Volitatantes” ist eine Adaption eines Bildes des Leuchtstruktur-Verlages. www.youtube.com (5.6.13)
Hier zaubert Hugo Martinez mit seiner Gitarre entspannende und mystische Klänge für seine Zuhörer. Zu seinem digitalen Album “Amalgamation” gehört auch das Stück “Muscae Volitatantes” oder “Muscae Volitantes” – die Schreibweise variiert, und es ist unklar, ob es sich um einen Schreibfehler oder um künstlerische Freiheit handelt. Die Musik jedoch spricht für sich: Der erste Teil des kurzen und feinen Ambient-Stücks besteht aus Gitarrenriffs, die mit Delay- und Nachhall-Effekten durchsetzt sind. Im zweiten, kürzeren Teil hingegen wird der Fluss zugunsten einiger mystischer Akkorde aufgegeben, die sich schliesslich ganz in die Stille verabschieden – die geneigten Leser erkennen darin eine Parallele zum reduktiven “Weg in der Leuchtstruktur”. Auf Youtube wird mein Bild “Mouches volantes” gezeigt, das mit einem entsprechenden Bildeffekt auf “Alter Film” – oder Augenrauschen – getrimmt wurde. Auf diese Weise unterstreicht das “entoptische Bildrauschen” die musikalische Dynamik. Viel Spass beim Driften!
Literatur/Links:
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Wissenschaft

Neuigkeiten aus Medizin und Kulturwissenschaft zum Thema Mouches volantes und entoptische Phänomene.

Entoptische Lichtwahrnehmungen durch buddhistische Meditation

Lindahl, Jared R. u.a. (2014): A phenomenology of meditation-induced light experiences: traditional Buddhist and neurobiological perspectives. In: Frontiers in Psychology 4, Article 973: 1-16
Die Studie von Jared R. Lindahl und Kollegen untersucht die subjektiven visuellen Lichtphänomene, die von erfahrenen Meditierenden wahrgenommen werden. Die Autoren assoziieren diese Phänomene einerseits mit Beschreibungen von Lichterscheinungen in der traditionellen buddhistischen Literatur, andererseits mit neurobiologisch erforschten Lichtwahrnehmungen.

Es wurden 28 Personen interviewt, die regelmässig und seit längerer Zeit in einer buddhistischen Tradition meditieren – US-amerikanischer Vipassana, asiatischer Theravada, Tibetischer Buddhismus und Zen-Buddhismus – und in diesem Rahmen eine „bedeutsame“ und „unerwartete“ Erfahrung machten. Ein Drittel der Befragten berichtete von Lichtphänomenen. Diese wurden von den Autoren eingeteilt in 1) klar wahrgenommene und umgrenzte Lichter: diese werden oft als lebendige oder deutliche weisse oder farbige Kugeln, Juwelen oder Punkte beschrieben, die einzeln oder zu mehreren auftauchen, eher klein, manchmal unbewegt und manchmal beweglich sind; und 2) gemusterte und diffuse Lichtererscheinungen: diese werden oft als Schimmern, Strahlen, flächendeckende Partikel oder Funken sowie generelle Aufhellungen beschrieben, d.h. ohne klare Form, Grösse, Farbe oder räumliche Verortung.

Für beide Typen finden die Forscher in der buddhistischen Literatur Entsprechungen. Sie werden teilweise in beschreibenden Begriffen, teils aber auch in Naturmetaphern und symbolischen Begriffen ausgedrückt, z.B. leuchtende Kugeln, kleine Partikel, Perlen- oder Edelsteinketten oder -haufen, Butterlampenschein, Vollmond-Herbsthimmel, Wolkenschicht, flimmernde Glühwürmchen u.a. Diese Lichter werden von unterschiedlichen buddhistischen Autoren und Traditionen unterschiedlich interpretiert. Teilweise bedeuten sie, dass eine bestimmte Disziplin oder Versenkungsstufe gemeistert bzw. erreicht wurde; in anderen Fällen weisen sie auf eine unausgeglichene Praxis hin oder werden als „Unperfektheit“ gesehen, da sie von der Meditation ablenken können; während sie bei manchen Autoren als Teil der Methode für die Untersuchung der Konstruiertheit der irdischen Phänomene eingesetzt werden, erscheinen sie bei anderen als unwichtige Nebenerscheinung der Meditation.
Thogal Adepten beim meditieren auf entoptische Lichterscheinungen.
Thogal Adepten beim meditieren auf entoptische Lichterscheinungen. (Quelle)
Die Autoren vergleichen diese Lichtwahrnehmungen auch mit „simplen visuellen Halluzinationen“, die durch den Entzug von Sinnesreizen, durch monotones sinnliches Umfeld, und durch die Störung des visuellen Systems (Charles-Bonnet-Syndrom) herrühren. Dazu gehören klar geformte Erscheinungen wie „Punkte“ und „Sterne“ (Phosphene und Photopsien), gemusterte Phänomene wie Gitternetze, verzweigte Strukturen, Zickzacklinien und Augenrauschen, sowie diffuse Lichtwahrnehmungen wie die Erhellung des Sehfeldes, Nebel, Rauch oder Schimmern. Diese Lichtwahrnehmungen werden neurobiologisch als Effekt der „homöostatischen Plastizität“ erklärt, ein Mechanismus, durch den Neuronen ihren eigenen Erregungsgrad steuern, um stabile Aktivität und Feuerraten zu gewährleisten: Wenn sinnliche Reize heruntergefahren oder entzogen werden, wird diese Einbusse durch eine grössere neuronale Erregung kompensiert. Dies resultiert in vermehrtem Feuern von Neuronen und damit der Wahrnehmung von Lichthalluzinationen.

Da buddhistische Meditationspraktiken oft in sozialer Isolation oder in Gruppen mit minimaler sozialer Interaktion durchgeführt werden, und da die Meditation selbst das Ausschliessen vieler Sinnesreize und das Fokussieren auf monotone, homogene oder repetitive Stimuli bedeutet, verstehen die Autoren die Lichterscheinungen der Befragten als Folge dieses sinnlichen Reizentzuges. Da Reizentzug die Neuroplastizität erhöht – d.h. die Anpassung des neuronalen Apparates an Veränderungen im Verhalten, in der Umwelt oder der Physiologie – vermuten die Autoren ausserdem, dass die Lichteffekte der Meditation auch auf Phasen der erweiterten Neuroplastizität hinweisen, und damit auch auf erweiterte Möglichkeiten der kognitiven und therapeutischen Entwicklung und Arbeit. Schliesslich schlagen die Autoren vor, die Lichtphänomene als Ansatzpunkt für die Bemessung der meditativen „Expertise“ weiter zu untersuchen.

Kommentar von Floco:
Subjektive visuelle Lichterscheinungen werden am besten durch die eigene Beobachtung vor dem Hintergrund unterschiedlicher Bewusstseinszustände erforscht. Sobald wir aber darüber nachdenken, lohnt es sich zu verstehen, was unterschiedliche Kulturen und Sinn- und Wissenssysteme dazu zu sagen haben, um ein ganzheitlicheres Bild zu erhalten. Die Studie von Jared R. Lindahl und seinem Team arbeitet in diese Richtung. Die Autoren nehmen die entoptischen Phänomene als Erscheinungen einer spirituellen Praxis ernst, verorten sie in einer konkreten religiösen Tradition, gehen aber auch darüber hinaus und vergleichen sie mit neurologisch bekannten Lichtphänomenen.

Die Studie bestätigt gewisse Aspekte der Praxis der seherischen Bewusstseinsintensivierung: Lichtphänomene gelten auch in buddhistischen Traditionen als Hinweise für eine gewisse Expertise der Meditation und werden teilweise als Meditationsobjekte eingesetzt. Damit wird auch gezeigt, dass entoptische Lichterscheinungen nicht nur durch ekstatisch-schamanische Praktiken intensiviert werden können (vgl. Tausin 2006), sondern auch durch Praktiken der stillen Aufmerksamkeit bzw. Meditation; ob dadurch aber auch ein Durchdringen der Bewusstseinsschichten, der „Zoom-Effekt“, das makroskopische Sehen und damit ein Eingehen in die Leuchtstruktur möglich ist, ist unklar und muss weiter erforscht werden. In neurologischer Hinsicht wird eine Verbindung von Lichterscheinungen und erweiterter Neuroplastizität hergestellt: Das Sehen von entoptischen Wahrnehmungen geht mit einer grösseren Empfänglichkeit und Offenheit für Lern-, Erkenntnis- und Heilprozesse einher. Dies wird auch von den Sehern als Nebeneffekt beim „Weg in der Leuchtstruktur“ geltend gemacht.

Mouches volantes werden in dieser Studie nicht erwähnt. Dies ist nachvollziehbar, da Mouches volantes in der Physiologie noch immer als Glaskörpertrübung gelten und nicht im Zusammenhang mit neurologischen Prozessen verstanden werden (vgl. Tausin 2009). Doch die genannten Beschreibungen sowohl der Meditierenden wie auch der buddhistischen Literatur enthalten mehrere „klar umgrenzte Lichtformen“, die auf Mouches volantes hinweisen, am ehesten die „weissen oder leuchtenden Punkte“, die „Perlen- oder Juwelenhaufen“ und die „Mond- und Sonnenscheiben“. Schliesslich ist diese Studie ein weiterer Hinweis dafür, dass gegenwärtig das Bewusstsein für die individuelle, kulturelle und spirituelle Bedeutung dieser Erscheinungen wächst.

Danke, Jackson Peterson (www.wayoflight.net) für diesen Hinweis!
Literatur/Links:
    - Lewis-Williams, J. D.; Dowson, T. A. (1988): The signs of all times: Entoptic phenomena in Upper Paleolithic art. In: Current Anthropology 29, Nr. 2: 201-245

    - Tausin, Floco (2009): Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Nervensystem? In: ExtremNews.com, 22.12.09 www.extremnews.com (26.5.14)

    - Tausin, Floco (2006): Mouches volantes und Trance: Ein universelles Phänomen bei erweiterten Bewusstseinszuständen früher und heute. In: Jenseits des Irdischen 3. www.mouches-volantes.com (30.8.13)

Zu guter Letzt

Feedback des Quartals

Damla und Thomas – herzlichen Dank für die lieben Feedbacks. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommeranfang!
“danke für das inspirierende Buch Mouches Volantes. … Mir war bis zur Lektüre deines Buches nie aufgefallen, daß ich nach einiger Zeit von den Orgons auf die Mouches Volantes überwechsle und die Orgons mehr in den Hintergrund treten. Ich empfinde diese Übung als sehr belebend und entspannend.”
-- Thomas
“Vor kurzem habe ich dein buch über die mouches volantes entdeckt, vllt. hat es auch mich entdeckt, ich bin mir noch nicht ganz schlüssig. ich erlebe derzeit eine ganz wundervolle symbiose damit, fühle mich regelrecht angeleitet und bin dankbar für all die erklärungen, die ich bislang darin fand.’”
-- Damla
Damla und Thomas – herzlichen Dank für die lieben Feedbacks. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommeranfang! Smile
-- Floco Tausin