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Kopfzeile der Mouches Volantes News

Ganzheitlich "Sehen"...
ISSN 1662-808X

 

Die akuellen News von www.mouches-volantes.com
März 2009 (1/09)

Trennbild in den Mouches Volantes News

Punkte und Fäden im Gesichtsfeld: Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht?

Dies sind die neusten Mitteilungen von „Ganzheitlich Sehen“. Ich bin Floco Tausin, Bewusstseinsforscher, Autor und Initiator dieses spirituellen Projekts. „Ganzheitlich Sehen“ widmet sich einem ganzheitlichen Studium der entoptischen Erscheinungen, v.a. den „Mouches volantes“ (frz. für fliegende Mücken), siehe Bilder: Wir sehen sie als bewegliche Punkte und Fäden in unserem Gesichtsfeld. Erfahrungsgemäss besteht ein Zusammenhang zwischen veränderten Bewusstseinszuständen und der Art ihrer Erscheinung. Die neuartige und provokative Hauptthese dieses Projektes lautet daher: Mouches volantes sind erste Erscheinungen einer leuchtenden Bewusstseinsstruktur, in welcher wir einen Weg zu unserem geistigen Ursprung zurücklegen. Diesen Weg können wir sehen und erleben. Die Punkte und Fäden haben daher als Konzentrations- und Meditationsobjekt eine Schlüsselposition in unserer Bewusstseinsentwicklung.

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Trennbild in den Mouches Volantes News

Inhalt der News (1/09)


1) Hauptartikel: Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Nervensystem? (2/4)

2) Lesertipp: Fliegende Fliegen und fliegende Rods
3) Aus der Wissenschaft: Phosphene als Biophotone
4) Aus dem wORLD wIDE wEB: Phosphenismus
5) Bilder des Quartals: Kunst mit entoptischen Phänomenen von Sharonrose und Wassily Kandinsky
6) In eigener Sache: Englische Übersetzung von „Mouches Volantes“ erschienen; Holistic Vision – Floco Tausins Newsletter in Englisch; Veröffentlichungen von Floco Tausin
7) Zu guter Letzt: Feedback des Quartals

 

Trennbild in den Mouches Volantes News

Hauptartikel


Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Nervensystem?
Fliegende Mücken als wahrnehmbarer Aspekt des visuellen Nervensystems

Seit Jahrhunderten versuchen Gelehrte, eine Erklärung für die beweglichen Punkte und Fäden im Gesichtsfeld zu finden. Schon früh dachte man sich die Ursache im Auge und verstand das Phänomen als eine Störung oder Degeneration irgendwo zwischen Pupille und Netzhaut - heute gelten Mouches volantes als Trübung des Glaskörpers. Genaue Beobachtungen aber enthüllen geordnete Strukturen und lassen die Degenerationsthese fragwürdig erscheinen. Im Nervensystem des Sehens befinden sich ähnliche Strukturen – was zur Vermutung führt, dass die fliegenden Mücken dort ihren Ursprung haben. Eine „Ansicht“ in vier Teilen.


Teil 2: Mouches volantes als rezeptive Felder von Neuronen des visuellen Nervensystems

 

Der Hauptartikel ist nicht frei zugänglich.

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Lesertipp:


Fliegende Fliegen und fliegende Rods

„Vielleicht sieht der eine oder andere Betrachter wie ich auch sog. Rods“, schreibt die Leserin Ilona. Rods? Ja, Rods, geheimnisvolle stabartige Objekte, die auf Videoaufnahmen auftauchen und Anlass zu vielerlei Spekulationen geben. Die länglichen Rods weisen viele Gemeinsamkeiten mit den runden Orbs auf – auch, was das Verhältnis zu den Mouches volantes betrifft.


Die Technologie erweitert die menschlichen Handlungs- und Sinnesorgane. Diese alte Erkenntnis bestätigt sich wieder einmal bei einem neuartigen visuellen Phänomen, den Rods. Diese Erscheinung will sich dem Auge des Betrachters partout nicht zeigen. Doch was der Mensch nicht direkt vermag, schaffen Videokameras: Sie liefern Bilder von merkwürdigen stäbchenartigen Erscheinungen unterschiedlicher Länge, die auf beiden Seiten über „Anhängsel“ oder „Flügelchen“ oder „Membranen“ verfügen und sich damit durch die Luft zu aalen scheinen. Rods eben.

 

Was roded sich hier zusammen?

Was roded sich hier zusammen? (Quelle)

 

„Sind das nicht einfach Insekten im Flug?“ zweifelt der Skeptiker – und sticht damit in ein Wespennest. Mit dem Bau dieses Nestes hat Jose Escamilla begonnen, Pionier der Rod-Forschung. Es heisst, er habe die Stäbchen in seiner Heimatstadt Roswell 1994 erstmals gefilmt und in ihnen eine unbekannte Lebensform festgestellt, irdisch oder ausserirdisch. Seither sind unzählige Videofilme und Arbeiten erschienen, die Rods zeigen und erklären. Die Rod-Forschung wurde zunehmend organisiert und systematisiert, Rods in verschiedene Klassen eingeteilt: Die eigenwillig strukturierten und Anhängsel aufweisenden „Tausendfüssler“ (centipede), die „Speere“ (spears) und die „weissen Rods“ (white Rods). Heutige Rod-Forscher schliessen mit guten Argumenten aus, dass es sich dabei um Insekten, Vögel oder Unschärfeerscheinungen bzw. Verwischungen handelt: Bewegungen und Struktur der Rods würden dafür sprechen, dass wir es mit etwas völlig Neuartigem zu tun haben. Auch UFO-Forscher glauben, dass Rods eine spezielle Erscheinung ist; sie würden sich jedenfalls von den klassischen UFO-Bildern stark unterscheiden.

Rods scheinen also am ehesten eine unbekannte Lebensform zu sein – ein Fall für die Kryptozoologen. Doch viele von denen nehmen Rods nicht ernst und verweisen stattdessen auf die wissenschaftlichen Erklärungen: Rods seien Vögel oder Inselkten, die durch Bewegungsunschärfe zu „Insekt-Schlangen“ oder „Vogel-Hybriden“ werden, wenn Kameras bei schlechten Lichtverhältnissen mit langsamen Verschlusszeiten filmen – dies bewirke die Vereinigung der Wegstreckte samt mehreren Flügelschlägen eines Tiers. Ausserdem hat man auf Kameras beobachtete Rods mit Netzen eingefangen – und als gewöhnliche Insekten entlarvt.

Rods als Mouches volantes? Nicht wirklich, das einzige, was die beiden gemeinsam haben ist die Tatsache, dass sie länglich sind. Einige jedenfalls …

 

Quelle und Literatur:

 

Vielen Dank, Ilona, für deinen wertvollen Hinweis!

Falls ihr von irgendeinem grob- oder feinstofflichen Phänomen wisst, das als Mouches volantes interpretiert werden könnte; oder wenn ihr alternative Vorschläge habt, was Mouches Volantes eigentlich sind, dann sendet sie mir zu, ich bin sehr daran interessiert.

E-Mail: floco.tausin (at) mouches-volantes.com

 



Aus der Wissenschaft:


Phosphene als Biophotone

In der Wissenschaft gelten Phosphene als subjektive visuelle Empfindung von farbigen oder farblosen Punkten, Flecken oder Strukturen in unserem Gesichtsfeld. Phosphene kommen nicht durch äussere Lichtreize zustande, sondern seien das sichtbar gewordene Abfeuern von Nervenzellen. Eine neue Studie verfeinert diese Sicht und erklärt Phosphene als Biophotone – biologisches Licht, das von den Neuronen des visuellen Systems abgestrahlt wird.


Die farbigen oder farblosen Muster in unserem Blickfeld, die im Dunkeln sichtbar werden, inspirieren die Menschen seit Jahrtausenden zu spirituellen, künstlerischen und philosophischen Leistungen. Bei manchen Vorsokratikern und bei Plato galten Phosphene (von gr. phos, „Licht“ und phainein, „erscheinen“) als Beweis für die Annahme, dass das Auge selbst Licht ausstrahlt. Diese Theorie wurde in der Neuzeit zugunsten neuer physiologischer Einsichten aufgegeben. Seit beinahe zweihundert Jahren sind Phosphene Gegenstand moderner medizinischer Erforschung und gelten als das Resultat von neuronaler Aktivität: Danach werden Phosphene sowohl durch das Feuern der Nervenzellen wie auch durch mechanische, elektrische, magnetische u.a. Stimuli erzeugt.

 

Künstlerische Darstellung eines farblosen Phosphens, verursacht durch mechanische Stimualtion der Netzhaut.

Künstlerische Darstellung eines farblosen Phosphens, verursacht durch mechanische Stimualtion der Netzhaut.(Quelle)

 

Eine neue Theorie über die Natur von Phosphenen knüpft nun gewissermassen an die antike Auffassung von der Lichtemission im Auge an. Der ungarische Chemie- und Bioingenieur István Bókkon vertritt im Artikel „Phosphene phenomenon. A new concept“ (2008) die Ansicht, dass Phosphene Biophotone sind, d.h. ultraschwaches biologisches Licht, das von den Zellen des visuellen Systems (Netzhaut, Sehnerv, visueller Kortex) abgestrahlt wird.

Damit wären Phosphene Teil eines an sich bekannten biochemischen Phänomens, der Biolumineszenz: Mehrere Bakterien-, Pflanzen- und Tierarten verfügen über spezielle Leuchtzellen oder -organe, die ein sichtbares Licht aussenden – eine Fähigkeit, die diesen Tieren einen Platz als (un)heimliche Stars in Ökothrillern wie Tess Gerritsens „Trügerische Ruhe“ und Frank Schätzings „Der Schwarm“ sicherte. Im wirklichen Tierleben setzen Glühwürmchen, Algen, Tiefseefische u.a. das kalte Licht ein, um untereinander zu kommunizieren, Feinde abzuschrecken und Beutetiere anzulocken

Seit den 1920er Jahren lassen Experimente von russischen Naturwissenschaftlern jedoch vermuten, dass nicht nur spezielle Leuchtzellen, sondern alle Zellen Licht emittieren. In den 1970er Jahren hat eine Gruppe von Biophysikern unter der Leitung von Professor Fritz A. Popp in Marburg diese „ultraschwache“ Strahlung erstmals mit einem hochempfindlichen Gerät nachgewiesen. Demnach strahlen alle Lebewesen ein kohärentes (d.h. in wechselseitiger Ordnung schwingendes) Licht im sichtbaren wie im unsichtbaren Wellenbereich ab. Popp nannte diese Strahlung „Biophotonen“, um deren Quantennatur zu betonen und sie von der allgemeinen „Biolumineszenz“ zu unterscheiden. Als Hauptquelle dieser Biophotonen wird der natürliche Sauerstoffwechsel der Zelle identifiziert; die Ausstrahlung von Photonen im Nervensstem sei dabei nicht einfach ein bedeutungsloses Nebenprodukt der Oxidation, wie viele Wissenschaftler behaupten, sondern habe eine wichtige Funktion bei der Signalübertragung. Bókkon beispielsweise vertritt die Ansicht, dass Informationsprozesse des Hirns wie Träumen, Denken und Gedächtnisbildung über die Photonausstrahlung der Hirnzellen funktioniert. Anhand von Experimenten konnte gezeigt werden, dass Biophotonenemission direkt mit neuronalen biochemischen Prozessen zusammenhängt.

 

Biophoton-Emission einer keimenden Sojabohne.

Biophoton-Emission einer keimenden gesunden Sojabohne.(Quelle)

 

Bókkon untersucht in diesem Artikel detailliert verschiedene Arten der stimulierten Phosphenerzeugung, nämliche die elektrische, mechanische, magnetische Stimulation, sowie die Auswirkung von bewusstseinsverändernden Substanzen, Stress, neuralen Störungen und die Einwirkung vermehrter elektromagnetischer Strahlung auf Astronauten im Weltall. Alle diese Stimulationen bewirken einen intensiveren Energie- bzw. Sauerstoffumsatz in den Nervenzellen des visuellen Systems, worauf mehr Biophotonen abstrahlen. Grundsätzlich bedeutet dies, dass elektromagnetische und mechanische Signale in biophotonische Signale umgewandelt werden können. Daraus zieht Bókkon den Schluss, dass das, was wir als Phosphene erblicken, das sichtbare Resultat der erhöhten Biophoton-Strahlung ist.

Geistesgeschichtlich betrachtet gehört die Idee des Licht-Stoffwechsels, d.h. des Empfangens, Speicherns und Abstrahlens von Licht in (Nerven)zellen, ins Umfeld der vormodernen und modernen feinstofflichen Feldtheorien und vitalistischen Denktraditionen. Diese waren zeitweise Teil der Wissenschaft, werden heute jedoch aufgrund mangelnder Nachweise und ihrer Nähe zu esoterischen und spirituellen Konzepten meist abgelehnt. Von vielen Denkern und Autoren wird das Konzept der Biophotonen denn auch als Bestätigung beispielsweise der universellen „Lebenskraft“ wie Od, Prana, Chi, Orgon etc. (Vitalismus, siehe newsdezember2008) aufgefasst und von Vertretern beispielsweise der „Lichtnahrung“, des „Lichtkörper-Prozesses“, der „Lichtheilung“, der Chakra-Lehre etc. herangezogen.

Welche Bedeutung hat diese Theorie für eine „entoptische Spiritualität“? Meiner Ansicht nach zeigt sie, dass wir es zumindest bei einem Teil der entoptischen Erscheinungen nicht mit einer neurologischen „Störung“ zu tun haben, sondern tatsächlich mit einer Form des Lichts. Was wir in den Phosphenen und auch in den Nachbildern sehen, ist das Resultat eines inneren Strahlens, das wir gezielt intensivieren können. Und zwar durch eine Lebensweise und durch spirituelle Praktiken, die zu mehr Energie und Energiefluss führen – zellbiologisch ausgedrückt als erhöhter Sauerstoffumsatz in den (Nerven)zellen. Das intensivere Leuchten von entoptischen Erscheinungen können wir somit als verstärkte Lichtkommunikation verstehen: Unser Lichtkörper tauscht sich intensiver mit anderen Lichtkörpern bzw. mit dem Bild als Ganzes aus. Das Licht, das von unseren (Nerven)zellen ausgestrahlt wird, enthält, denke ich, nicht nur physiologische Daten, sondern auch solche, die unser gesamtes Sein und Bewusstsein repräsentieren. Somit sehen wir in den entoptischen Erscheinungen tatsächlich die Leuchtstruktur unseres Bewusstseins. Möglicherweise könnte die Biophotonen-Theorie zudem nicht nur die Phosphene neu erklären, sondern auch ein neues Verständnis des Lichts in den Mouches volantes liefern (siehe Hauptartikel).

 

Quelle und Literatur:

  • Bischof, Marco: Biophotonen – das Licht in unseren Zellen, Frankfurt a.M. 1995
  • Bischof, Marco: Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen – Feistoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft, 2002
  • Bókkon, István: Phosphene phenomenon: A new concept, in: BioSystems 92 (2008): 168-174
  • Das Licht des Lebens. Die Entdeckung der Biophotonen (Auszug aus einem Interview mit Fritz A. Popp), auf: http://www.broeckers.com (27.2.09)
  • Grüsser, O.-J.; Hagner, M.: On the history of deformation phosphenes and the idea of internal light generated in the eye for the purpose of vision. Documenta Ophthalmologica 74 (1990): 57-85.
  • Kobayashi Biophoton Lab, auf: http://www.tohtech.ac.jp (27.2.09)
  • Phosphene, auf: http://en.wikipedia.org (28.2.09)
  • Popp, Fritz-Albert: Biophotonen – ein neuer Weg zur Lösung des Krebsproblems, Heidelberg 1976

 



Aus dem wORLD wIDE wEB:


Phosphenismus

Auf www.phosphenism.com macht eine Abfolge von gezeichneten Bildern mit meditierenden Menschen, religiösen Symbolen, technischen Geräten sowie Symbolen und Modellen aus den Naturwissenschaften von Beginn weg eines klar: Die hier vertretene Lehre versucht moderne Spiritualität, traditionelle Religionen und wissenschaftliche Forschung zu vereinigen. Alles schon da gewesen? Nicht ganz, denn der gemeinsame Gegenstand dieser Bereiche ist für einmal nicht eine Idee, eine Schrift oder ein Ritual, sondern ein entoptisches Phänomen: Die Phosphene bzw. Nachbilder.


„Der Phosphenismus lehrt, wie man Lichtenergie in geistige Energie umwandeln kann“, so steht es gleich zu Beginn auf auf der Webseite von "
phosphenism.com". Aber was ist „Phosphenismus“? Der Begriff steht für eine Lehre der Selbstentfaltung, die auf die Forschungen des französischen Wissenschaftlers und Erfinders Dr. Francis Lefebure (1916-1988) zurückgeht. Der Selbstdarstellung nach wurde Lefebure als 18-jähriger von einem zoroastrischen Priester, später von einem indonesischen Mystiker durch die Praxis des Kopfschwenkens initiiert. Bei diesem Schwenken tauchten Phosphene auf, und Lefebure begann, diese genau zu beobachten und Experimente mit ihnen durchzuführen. Auf der Grundlage dieser Untersuchungen entwickelte er verschiedene Techniken wie den Zwei-Sekunden-Rhythmus oder die „phosphenische Vermischung“ (phosphenic mixing). Zudem baute er mehrere Geräte zur Untersützung dieser Praxis. Lefebure hat seine Lehre, die er als eine Yoga-Richtung verstand, während 39 Jahren weiterentwickelt und an Tausende Kinder, Schüler, Studierende, und Erwachsene weitergegeben.

 

Das Symbol des Phosphenismus.

Das Symbol des Phosphenismus.

 

Der Phosphenismus ist in der Praxis eine Verschmelzung von visueller Konzentration und Rhythmik. Diese Praxis wird vor dem Hintergrund der Ideale und des Wissens der yogischen Spiritualität und der westlichen Physiologie gedeutet und betrieben. Im Zentrum stehen die sog. Phosphene, also die v.a. im Dunkeln wahrzunehmenden beweglichen und pulsierenden Farbmuster im Blickfeld. Diese befinden sich dauernd in unserem Blickfeld, können aber in viel intensiverem Mass durch den kurzen Blick in eine helle Lichtquelle erzeugt werden (= Nachbilder, die hier als eine Art von Phosphenen verstanden werden). Bei Lefebure werden sie einerseits im wissenschaftlichen Sinn als subjektive Wahrnehmungen retinaler Entladungen gedeutet, im spirituellen Sinn jedoch als Energie beschrieben, die teils Materie, teils Gedanke sei – und daher auch fotografiert werden könnten.

Die Phosphene sind im Phosphenismus untrennbar mit Rhythmik verbunden. Das Pulsieren der Phosphene ist Ausdruck des Rhythmus unseres Hirns und unseres Gedankenflusses. In der Praxis geht die Konzentration auf Phosphene mit der Technik des Kopfschwenkens einher. Diese Praxis aktiviert subtile Energien, stimuliert das Nervensystem und ruft besondere Bewusstseinszustände hervor. Diese Erfahrung entspricht der traditionellen „Initiation“, ebenfalls ein zentrales Konzept bei Lefebure. Mit zunehmender Übung werden auf diese Weise latente Fähigkeiten entwickelt, die zur leichteren Wahrnehmung von Bewusstseinsphänomenen führen, beispielsweise Out-of-Body-Erlebnissen.

Lefebure und seine Anhängerinnen und Anhänger weisen auf die historischen kulturellen und religiösen Wurzeln der Methode. So sei beispielsweise die Verehrung von Licht und Feuer, und somit der Blick in Lichtquellen und die Erzeugung von Phosphenen, schon in den ältesten Kulturen Bestandteil von Ritualen gewesen und habe zur Entwicklung der intellektuellen, kulturellen und religiösen Aspekten von Zivilisationen beigetragen. Dieser Gedanke wird ausgeführt in den gegenwärtig sechs Ausgaben des Magazins „Phosphenic Energy Universe“, die auf dieser Webseite heruntergeladen werden können. Neben den historischen Hintergründen bergen sie auch Erklärungen, praktische Übungen und Anleitungen für den Bau von Hilfsgeräten zur Erzeugung verschiedener Phosphene, sowie die Verknüpfung des Phosphenismus mit Themen wie Astrologie, Aura, Castaneda, Yoga, Shamanismus, Hyponose, Magnetismus, Runen, Meditation, Ufos, Reiki, uvm.

Als eine der wichtigsten Erfindungen von Lefebure gilt die „phosphenische Vermischung“, die mentale Leistungssteigerungen im Alltag bewirken soll. Das Prinzip dahinter ist die Konzentration auf einen Gedanken, ein Wort, Satz oder Bild während der Wahrnehmung des Phosphens. Die Energie des Phosphens, so die Vorstellung, regt das visuelle, auditive und muskuläre Gedächtnis an, so dass der einzuprägende Gedanke fest darin verankert würde. Zudem werden dieser Methode viele gesundheitliche Wirkungen zugesprochen, beispielsweise Entspannung, besserer Schlaf mit lebhafteren, luzideren Träumen, schärfere Sicht, lichttherapeutische Wirkungen gegen Depression in den kalten und dunklen Wintermonaten u.a.

 

Lampe? Nein, eine ®egistrierte „Dr. Lefebure’s Phosphenic Lamp“ mit einer durch Spezialreflektor erreichten optimalen Lichtstreuung zur Erzeugung von Phosphenen nach Mass.

Lampe? Nein, eine ®egistrierte „Dr. Lefebure’s Phosphenic Lamp“ mit einer durch Spezialreflektor erreichten optimalen Lichtstreuung zur Erzeugung von Phosphenen nach Mass.

 

Hier klingt bereits der ausgeprägt kommerzielle Charakter des heutigen Phosphenismus an, an dessen Ende ein grosses R im Kreis klebt. Zahlreiche Bücher, CDs und Videos vermitteln das Grundlagenwissen; Trainingskurse und Ausbildungsseminare vertiefen es; Pässe und Clubkarten sichern es. Spezielle Geräte unterstützen die Erzeugung, Wahrnehmung und Rhythmisierung von Phosphenen, von Phosphen-Lampen und eigens entworfenen Glühbirnen, über Augenbinden bis hin zu einer Reihe von Apparaten mit Namen wie „Alternophon“, „Gyropulsar“ oder „Gyroscope“. Letztere sollen nicht nur Erfolg in Bildung und Beruf durch verbesserte Konzentration und erhöhte Reaktions- und Denkgeschwindigkeit herbeiführen, sondern auch Erlebnisse bewirken, die mit der Erleuchtung gleichzusetzen sind. Die Betreiber von www.phosphenism.com haben denn auch keine Schwierigkeiten, die ursprünglich zoroastrische Initiationspraxis als „Elektro-yoga“ zu bezeichnen …

Aus meiner Sicht sind die Arbeiten von Lefebure über die Bedeutung der Phosphene bzw. Nachbilder sehr interessant und lesenswert. Abgesehen von der lächerlichen Kommerzialisierung stimmt der Phosphenismus in vielerlei Hinsicht mit dem „Weg in der Leuchtstruktur“ überein: Es ist eine Lehre, die ein entoptisches Phänomen ins Zentrum stellt und dieses spritiuell und kulturell deutet. Auch die Seher um Nestor messen der Wahrnehmung der Phosphene einen besonderen Wert bei, auch wenn sie sie etwas anders interpretieren als Lefebure. Bei Lefebure wird allerdings viel Wert auf Leistungssteigerungen und Erfolg im Alltag gelegt. Entsprechend ist die Methode keine reine konzentrative und meditative Betrachtung des Phosphens, deren Intensität in Form der Ekstase selbstlos ins ganze Bild abgegeben werden könnte; vielmehr wird die erhöhte Intensität dazu verwendet, um Gedanken im Gedächtnis zu speichern. Ob sich dadurch wirklich Steigerungen der Alltagsleistungen erreichen lassen, und wie erstrebenswert dies ist, muss jede und jeder selbst beurteilen.

 

Quelle und Literatur:




Bilder des Quartals


In dieser Ausgabe:
Kunst mit entoptischen Phänomenen von Sharonrose und Wassily Kandinsky

Die Rubrik „Bilder des Quartals“ stellt realistische, künstlerische und/oder spirituelle/religiöse Darstellungen aus verschiedenen Kulturen und Zeiten vor, die entoptische Phänomene zeigen oder durch sie inspiriert sein könnten:


Kunst mit entoptischen Phänomenen I – Sharonrose

 

Leuchtkugel von Sharonrose.

Leuchtkugel von Sharonrose.

 

Bereits vor einem Jahr hat die Leserin Sharonrose ihre eigene Leuchtkugel gebastelt. Im Innern befindet sich eine Lichterkette, die an den langen dunklen Abenden der kalten Jahreszeit ein wunderschönes warmes Licht erzeugt. Ob sich Sharonrose dabei bewusst oder unbewusst von Mouches volantes inspirieren liess, hat sie nicht geschrieben. Interessant ist es jedoch schon, wie hier das Prinzip dieser Kugel dem Prinzip verschiedener Philosophien wie etwa dem chinesischen Hua-yen-Buddhismus (siehe Hauptartikel newsoktober2008), einschliesslich dem Weg in der Leuchtstruktur entspricht: Die einzelnen „Leuchtkugeln“ im inneren, die unsere Welt beleuchten, sind in einem Netzwerk miteinander verbunden. Zugleich sind sie die Lichtquelle einer einzigen Kugel, die die Gesamtheit allen Existierenden ist. Jeder leuchtende Kugel im Innern ist somit Abbild des Ganzen als auch Teil der grossen einen Kugel, des Ganzen.

 

Kunst mit entoptischen Phänomenen II – Wassily Kandinsky

 

Kadinsky: „Einige Kreise“, 1926, Öl auf Leinwand (140,3 x 140,7 cm).

„Einige Kreise“, 1926, Öl auf Leinwand (140,3 x 140,7 cm). (Quelle)

 

Der russische Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker Wassily Kandinsky (1866-1944) gilt als Begründer der abstrakten Kunst. Vom Impressionismus Monets aufgerüttelt, experimentierte er zu Beginn des 20. Jh., einer Zeit zunehmender Unsicherheiten und Krisen, mit expressionistischen Malweisen. Dabei emanzipierten sich Farbe und Form zunehmend vom Gegenstand und erhielten eine Eigenbedeutung. In den 1920er Jahren gipfelte diese Entwicklung in der geometrischen bzw. mathematischen Abstraktion – Kandinsky löste sich von jedem Gegenstand. Zwar war sein „Erstes abstraktes Aquarell“ (1910) nicht das erste abstrakte Werk; Kandinsky aber realisierte ein durchdachtes Programm der abstrakten Kunst und begründete sie theoretisch in seiner Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ (München 1912). Hier macht er deutlich, dass die Kunst nicht die Aufgabe hat, die Wirklichkeit abzubilden, sondern der „inneren Notwendigkeit“ Raum zu geben, dieses „Innerliche“ zu vermitteln und die „Epoche des grossen Geistigen“ herbeizuführen. Geist sollte die Materie überwinden, wie die Form den Inhalt; erst in der gegenstandslosen Malerei hoffte der von der Theosophie beeinflusste Kandinsky die reine Form, die reine Farbe und damit den Zugang zum reinen Geist zu finden.

Aber, wie Picasso sagte: „Es gibt keine abstrakte Kunst, man muss immer von etwas ausgehen“ – und möglicherweise gehörten hier entoptische Erscheinungen dazu. Wie bereits in dem Newsletter (siehe Hauptartikel newsnovember2006.php) erwähnt, kann Kandinsky als Vorreiter der „entoptischen Kunst“ verstanden werden. Der Archäologe David Whitely (Theorie von Felskunst und Phosphenen, siehe newsfebruar2007.htm) und die Kunsthistorikerin Ana Iribas vertreten die Ansicht, dass Kandinsky Kenntnis von entoptischen Erscheinungen hatte und durch die geprägt wurde. Ein weiterer Hinweis ist die synästhetische Fähigkeit von Kandinsky: Synästhesie gehört – wie entoptische Erscheinungen – nachweislich zu den Begleiterscheinungen intensiverer Bewusstseinszustände; hier könnte man argumentieren, dass synästhetisch begabte Menschen auch ausgeprägtere entoptische Wahrnehmungen haben. Zudem ordnete Kandinsky die Farben in Gegensatzpaaren, was durch die Wahrnehmung komplementärfarbener Nachbilder inspiriert sein könnte.

So könnte dem obigen Bild hinter aller Bedeutung, die Kandinsky in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre dem Kreis als Synthese des Konzentrischen und Exzentrischen zusprach, und jenseits aller Klangfarbentheorie, die das Bild als das Aufflackern desintegrierter Orchesterklänge in einer spannungsgeladenen grossen Pause übersetzt – dem obigen Bild also könnte eine simple, aber eindrückliche entoptische Erfahrung zugrunde liegen: Die Wahrnehmung von Phosphenen oder Nachbildern. Als entoptische Erscheinungen verkörpern sie jedenfalls wie kaum eine andere Erscheinung die Ideale der abstrakten Kunst Kandinskys: Form ohne Inhalt, und die Überwindung der Materie.

 

Quelle und Literatur:

  • Aicher, Otl: Die Welt als Entwurf, Berlin 1991
  • Ione, Amy: Klee and Kandinsky. Polyphonic Painting, Chromatic Chords and Synaesthesia, in: Journal of Consciousness Studies 11, Nr. 3-4 (2004), S. 148-158
  • Kandinsky, Wassily, in: Kindlers Malereilexikon, 3, S. 518ff.
  • Kandinsky, Wassily: Über das Geistige in der Kunst, 4. Aufl., Bern 1952
  • Kandinsky, Wassily: Essays über Kunst und Künstler, hg. und kommentiert von Max Bill, Bern 1963
  • Lewis-Williams, J.D.: Agency, art and altered consciousness: a motif in French (Quercy) Upper Paleolithic parietal art, in: Antiquity, 71, Nr. 274 (1997): S. 810ff.
  • Wassily Kandinsky, auf: http://de.wikipedia.org/wiki (20.2.09)

 

Diese Bilder findet ihr auch in der Galerie sowie im Forum, wo sie zur Diskussion stehen. Ihr habt eigene Zeichnungen von Mouches volantes oder anderen entoptischen Phänomenen (Sternchen/Kreiselwellen, Nachbilder)? Oder ihr wisst von realistischen, künstlerischen und religiösen Darstellungen solcher Erscheinungen? Dann sendet mir das Bild oder gebt mir den Tipp, ich würde es gerne im Newsletter, in der Galerie oder auch im Forum veröffentlichen.

 

Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins

 

In eigener Sache


- Englische Übersetzung von „Mouches Volantes“ erschienen

- Holistic Vision – Floco Tausins Newsletter in Englisch

- Veröffentlichungen von Floco Tausin

 

Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins (Quelle)





Englische Übersetzung von „Mouches Volantes“ erschienen!

Jetzt ist es so weit: Die englische Übersetzung von „Mouches Volantes“ ist unter dem Titel „Mouches Volantes. Eye Floaters as Shining Structure of Consciousness“ im Leuchtstruktur Verlag erschienen. Die Produktion und der weltweite Vertrieb werden von Lightning Source wahrgenommen. Der Titel ist bereits bei mehreren Gross- und Online-Buchhandlungen gelistet und erhältlich (siehe Lightning Source Distribution Partners). Sie können das Buch aber auch über den Leuchtstruktur Verlag bestellen.
Mit der englischen Übersetzung reagieren wir auf die Anfragen nach Informationen zum Thema Mouches volantes/entoptische Erscheinungen und Spiritualität. Wir hoffen, dass „Eye Floaters“ den Ansprüchen und Erwartungen unserer amerikanischen, europäischen und asiatischen Interessenten gerecht wird und freuen uns auf Feedbacks und spannende Diskussionen!
Smile

 



Holistic Vision – Floco Tausins Newsletter in Englisch

Im März erschien die erste Ausgabe des Newsletters „Holistic Vision“. Floco Tausin vermittelt damit seiner Englisch sprachigen Leserschaft Neuigkeiten rund um das Thema Mouches volantes, entoptische Phänomene und Spiritualität. Holistic Vision orientiert sich am deutschen Newsletter „Ganzheitlich Sehen“, verfügt jedoch über weniger Rubriken und Text.

 



Veröffentlichungen von Floco Tausin

Eine vollständige Liste mit allen bisherigen Veröffentlichungen (Monografien, Sammelbände, Zeitschriften) findest du auf der Website von www.mouches-volantes.com


Das holografische Weltmodell zwischen Wissenschaft und Sehen

Das intellektuelle Denken basiert stets auf grundlegenden metaphysischen Annahmen. Momentan befinden wir uns in einem Wandel, der die mechanische Weltsicht durch das holografische Modell ablöst. Wie es zu diesem Paradigmenwechsel gekommen ist, was er bereits ausgelöst hat und weshalb das holografische Modell auch entoptische Erscheinungen wie die Mouches volantes besser beschreiben kann.

Veröffentlicht in:
- Virtuelles Magazin 2000, 49/2008, auf: http://www.g-a-l-e-r-i-e.de (12.12.08)

 



Zu guter Letzt:


Feedback des Quartals

Die einen haben Tomaten auf den Augen ...

„Die biologischen Organismen auf den Augen … sind in der Regel nur wahrzunehmen beim SCHAUEN ohne zu SEHEN.“

– X, als Antwort auf den Newsletter 3/2008.

Hallo X,

wenn ich mir so überlege, was Sie mit dieser Aussage gemeint haben könnten, kommen mir eigentlich nur Tomaten auf den Augen in den Sinn: Ja, das sind biologische Organismen; ja, man kann sie unter Umständen auch auf den Augen haben; und ja, wer Tomaten auf den Augen hat, kann zwar noch immer schauen, aber er sieht nicht mehr, was es eigentlich ist, das er wahrnimmt …

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