Leuchtstruktur Shop: Medizin und Religion - Die spirituelle Dimension der Migräne-Aura

Medizin und Religion - Die spirituelle Dimension der Migräne-Aura

(Artikel von Floco Tausin, PDF-Datei)

In den 1990er Jahren fanden unter Schulmedizinern ernst zu nehmende und sehr leidenschaftlich geführte Dialoge über die Zusammenführung von Religion und Medizin statt. In mehr als 100 Studien wurde festgestellt, dass Beschwerden und Krankheiten wie Diabetes, Leberkrankheiten, Herzkrankheiten, Krebs, Arthritis, chronische Schmerzen u.a. eher gelindert werden, wenn die Patientin oder der Patient spirituell aktiv ist. Mittlerweile ist anerkannt, dass religiöse Menschen allgemein mehr Lebensqualität geniessen, gesünder und länger leben und weniger zu Depression und Selbstmord neigen – vorausgesetzt, dass es sich um eine Religion handelt, die positive menschliche Werte wie Liebe, Gerechtigkeit, Fürsorglichkeit, Freiheit etc. betont. Der Grund für die gesundheitliche Wirkung von Religion und Spiritualität ist noch nicht im Detail geklärt, da er in der schwierig zu erfassenden Beziehung von Körper und Geist zu suchen ist. Allgemein gilt, dass Religionen die Gefühle der Menschen regulieren und somit auch auf das Immunsystem und die Psyche wirken.

Dieser Artikel ist ein Beitrag zu dieser Entwicklung. Es geht darum, das Phänomen der Migräne-Aura aus spiritueller Sicht zu beleuchten und somit die Migräne als ein körperlicher und geistiger Zustand zu begreifen, der mit der gelebten Spiritualität korrespondiert und von dort her zugänglich und veränderbar ist.

Migräne-Kopfschmerz ist ein halbseitiger oft pulsierender Kopfschmerz, der häufig einhergeht mit einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm, mit Übelkeit und Schwindel, teils sogar mit Krämpfen, Taubheits- und Lähmungserscheinungen. Die Dauer dieses Zustandes kann von einigen Stunden bis zu einigen Tagen reichen. Die genaue Entstehung der Migräne ist noch unklar, es gibt verschiedene neurophysiologische Theorien, die den Schwerpunkt auf Veränderungen der Durchblutung des Gehirns sowie der neuronalen Erregung der Nervenzellen legen. Auch genetische Faktoren haben einen Einfluss. Bekannt ist, dass eine ganze Reihe von Faktoren Migräne auslösen können, von gewissen Genussmittel wie Schokolade, Kaffee, Rotwein und gepökelten Speisen, über hormonelle Veränderungen im Körper und psychischen Belastungen bis hin zu klimatischen Bedingungen. Dutzende Millionen Menschen sind in den Industriestaaten Westeuropas und der USA von Migräne betroffen (ca. 12-14% der Frauen und 8% der Männer), wo die Krankheit jedes Jahr mehrere Milliarden Euro wirtschaftliche Kosten verursacht. Diese Verbreitung hat Migräne längst zu einem Bestandteil unserer Kultur gemacht. Schriftsteller wie Stephen King und Steven Sills lassen ihre Protagonisten an Migräne leiden, um auf Bevorstehendes hinzuweisen oder um einen Reflexionsprozess in Gang zu setzen. Bildende Künstler wie Wassily Kandinsky, Yayoi Kusama, Lewis Carroll, Giogio de Chirico und Sarah Raphael haben sich von Migräneerlebnissen zu Kunstwerken inspirieren lassen...