Leuchtstruktur Shop: Mouches volantes und Trance – ein universelles Phänomen

Mouches volantes und Trance – Ein universelles Phänomen bei erweiterten Bewusstseinszuständen

(Artikel von Floco Tausin, PDF-Datei)

Mitte der 1990er Jahre traf ich im Schweizer Emmental einen zurückgezogen lebenden Mann namens Nestor, der einen einzigartigen und provozierenden Anspruch hat: Dass er sich seit Jahren auf immer wieder dieselbe Konstellation von riesigen leuchtenden Kugeln und Fäden konzentriert, die sich in seinem Blickfeld gebildet haben. Diese Kugeln und Fäden würden am Beginn einer durch unser Bewusstsein gebildeten feinstofflichen Struktur stehen, die wiederum unsere materielle Welt hervorbringen würde. Nestor, der sich als Seher versteht, führt seine subjektive visuelle Wahrnehmung auf seine jahrelangen Bemühungen um Bewusstseinsentwicklung zurück, welche eine entsprechende Lebensweise sowie Praktiken für temporäre Intensitätssteigerung und Bewusstseinserweiterung beinhalten. Durch diese Praktiken hätten sich jene Kugeln und Fäden, die zunächst klein, weit weg und sehr beweglich gewesen seien, nun vergrössert, seien näher gekommen, hätten zu leuchten angefangen und er könne sie nun mit seinem Blick festhalten. Nestor selbst hat sein Sehen als erweiterte Wahrnehmung desjenigen Phänomens erklärt, das in der Augenheilkunde mit dem Sammelbegriff „Mouches volantes“ (frz. für „fliegende Mücken“) umschrieben wird.

Mouches volantes sind eine entoptische, d.h. vom menschlichen Sehsystem selbst verursachte Erscheinung. Gemeint sind damit alle Arten von Trübungen im Glaskörper des Auges, welche die Sicht des Patienten beeinträchtigen. Mouches volantes, die als vereinzelte bewegliche Punkte und Fäden auftreten, gelten als harmlos. Ihre wissenschaftliche Erklärung ist nicht eindeutig, doch heute führt man sie meist auf Verklumpungen des Glaskörpergerüstes zurück. Viele Menschen können dieses Phänomen beobachten, die meisten kümmern sich nicht darum, einige wenige fühlen sich dadurch in ihrer Sicht massiv beeinträchtigt und erwägen operative Massnahmen, die allerdings bisher uneffektiv und risikoreich sind. Die Ärzte ihrerseits können im Auge des Patienten meistens nichts feststellen, empfehlen aber bei Erscheinen von Mouches volantes eine vorsorgliche Abklärung.

Wenn Nestor mit seiner Behauptung Recht hat, würde dies eine völlig falsche Einschätzung der Mouches volantes durch die heutige Medizin bedeuten. Allerdings stehen diese Aussagen von vornherein auf verlorenem Posten, denn einerseits beansprucht eine mächtige Augenheilkunde das Erklärungsmonopol der Mouches volantes für sich, anderseits handelt es sich bei den Wahrnehmungen von Nestor um eine subjektive visuelle Erscheinung...