Mouches Volantes: Leuchtstruktur des Bewusstseins und Meditation mit offenen Augen.
Fragen und Antworten von Floco Tausin zum Thema: Glaskörpertrübungen bzw. Mouches volantes  oder fliegende Mücken.
Mouches volantes und das Bewusstsein
Ganzheitlich Sehen: Floco Tausin's Newsletter.
Eine Sammlung von Links zum Thema Mouches volantes.
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Ganzheitlich Sehen: Der Mouches volantes Newsletter
Ganzheitlich Sehen News Linie

"Ganzheitlich Sehen"

2/14 (Nr. 36)
ISSN 1662-808X
Ganzheitlich Sehen News Linie
Inhalt der News

1) Hauptartikel : Mouches volantes bei den Indianern Nordamerikas.
Teil 2: Sonnenscheiben und Medizinräder
2) Nestors Wissen: Sehen durch ekstatische Energie
3) Tipps: Mouches volantes als Gabe Gottes
4) Kunst: Floatertattoo von Fabian Wyss
5) Aus der Wissenschaft: Entoptische Erscheinungen als Zugang zum kollektiven Unbewussten
6) Zu guter Letzt: Feedback des Quartals

Ganzheitlich Sehen News Linie
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Einführung

Mouches volantes: Meditation mit offenen Augen

"Ganzheitlich Sehen" ist der vierteljährlich erscheinende Newsletter des Autors und Bewusstseinsforschers Floco Tausin.
Meditation mit offenen Augen auf leuchtende Mouches volantes.
Mouches volantes: Meditation mit offenen Augen (Quelle)

Er beschäftigt sich mit den medizinischen, kulturellen und spirituellen Dimensionen von subjektiven visuellen Erscheinungen (siehe Diagramm). Hauptthema ist die Erforschung einer als "Mouches volantes" (MV) bekannten Erscheinung durch die Meditation mit offenen Augen: Sind MV in Wirklichkeit eine leuchtende Bewusstseinsstruktur, in welcher wir einen Weg zu unserem Ursprung zurücklegen?

Hauptartikel

Mouches volantes bei den Indianern Nordamerikas.
Teil 2: Sonnenscheiben und Medizinräder
(Kalifornien, Südwesten, Grosse Prärie, Südosten)

Felsmalerei bei Millstone Bluff, Illinois
Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht? Der Blick auf die Kunst früherer und aussereuropäischer Kulturen lässt vermuten, dass Mouches volantes für eine Vielzahl von Menschen eine spirituelle Bedeutung hatten. In diesem Artikel werden Mouches-volantes-Motive in den Kulturen der nordamerikanischen Indianer vorgestellt.

Der neuste Hauptartikel ist nicht frei zugänglich.

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Nestors Wissen

Mein Mentor, Nestor der Seher, über das Sehen der Leuchtstruktur und die damit verbundene spirituelle Praxis.

Sehen durch ekstatische Energie


»Für einen Seher geht es aber tatsächlich darum, die Kugeln und Fäden auf der inneren Leinwand näher und grösser zu sehen, und dabei gibt er eben zusätzliche Energie in seine Leuchtstruktur – nicht körperliche Energie, aber Bewusstseinsenergie. Diese setzt sich aus den umgewandelten Energien der sexuellen Kraft, der Körperbewegungen, der Gefühle und Gedanken zusammen und strömt als Ekstase in das ganze Bild. Auf diese Weise werden die Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur grösser.«
Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins.
Aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins. Leuchtstruktur Verlag, Bern 2010, S. 293. (Quelle)
Das „Sehen“ ist nicht einfach der flüchtige Blick auf die Punkte und Fäden in unserem Blickfeld. Es bedeutet, die Eigenschaften – Bewegung, Leuchtkraft, Konstellationen u.a. – von Mouches volantes bei erhöhter energetischer Intensität zu erkennen und deren Bedeutung intuitiv zu erfassen. Weil die innere Kraft oder Energie für das Sehen eine zentrale Rolle spielt, haben die Seher dem Umgang damit eine grosse Aufmerksamkeit zukommen lassen. Dazu gehört ein Verständnis des Menschen als energetisches System. Wir nehmen Energie aus der Umwelt auf, wandeln sie um und verwenden sie bewusst oder unbewusst für unser biologisches Leben und unsere alltäglichen Verrichtungen (vgl. Nestors Wissen in News 1/14 und News 1/12). Gemäss den Sehern können wir jedoch Aktivitäten wie Sexualität, körperliche Verrichtungen, Gefühle und Gedanken als Erscheinungen von feinstofflicher Kraft begreifen und sie wieder in diese energetische Form umwandeln. Dies kann sowohl durch die Steigerung der psychophysischen Aktivität, als auch durch die körperliche und geistige Ruhe erreicht werden – beides soll zum Prickeln und zur Ekstase führen. In der Erfahrung von Nestor wirkt diese ins Bild strömende Energie einerseits als Licht, dass die Bewusstseinsstruktur aufleuchten lässt. Andererseits wird die Seherin oder der Seher dadurch geistig bewegt: Er oder sie fliegt durch die Schichten der Bewusstseinsstruktur und nähert sich den Kugeln und Fäden.
Literatur/Links:
    - Tausin, Floco (2007): Nestors Sehtheorie – eine Zusammenfassung. In: Ganzheitlich Sehen, Juni 2007 www.mouches-volantes.com (25.8.13).

    - Tausin, Floco: Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins, Bern 2010, (ISBN: 9783033021570).
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Tipps

Tipps aus dem Internet sowie Erfahrungen, Einsichten und Umgangsformen von Leserinnen und Lesern mit entoptischen Phänomenen.

Mouches volantes als Gabe Gottes

Meine Erfahrung begann vor 7 Jahren. Mit dem Sehen der Mouches volantes erhielt ich die Gabe, die spirituelle Welt zu sehen. Zuerst verstand ich nicht, was sie waren, aber als ich ihnen meine Aufmerksamkeit zukommen liess, hat es angefangen. Ich habe jede Vision, die ich in den letzten 7 Jahren hatte, aufgezeichnet und sie mit unterschiedlichen Kirchen und Pfarrern zu teilen versucht. […]. Ich führe alle diese erstaunlichen Erfahrungen auf Gott zurück. Als ich die Erfahrung eines Lichtstrahles hatte, der von zwei Engeln aus in meine Augen strahlte, konnte ich die Mouches volantes sehen […] Ich zweifle nicht daran, dass dies alles spirituell ist. Die Bibel sagt uns, dass das Auge das Licht des Körpers ist. Wenn das Auge gut ist, ist dein ganzer Körper voller Licht […] Diese Gabe, in das spirituelle Reich zu sehen, ist mir gegeben worden. Ich glaube nicht, dass ich dies aus eigener Kraft erreicht habe. Ich glaube, es ist ein Geschenk des Herrn. Es gibt ein spirituelles Reich mit dem Guten und dem Bösen, und wir können es in unseren Augen sehen. Doch Gott muss uns unsere Augen öffnen, damit wir sehen können. Ich glaube, Mouches volantes sind ein wichtiger Teil dieses Vorgangs.
-- Kellie Herring (aus dem Englischen übersetzt von FT)

Mouches volantes gehören nicht zu einer bestimmten Religion, Konfession oder Weltanschauung. Oft tun es aber diejenigen, die sie sehen. Menschen wie Kellie Herring zeigen uns, dass Mouches volantes nicht einfach nur ein spirituelles Phänomen sind. Sondern sie sind auch im Einklang mit religiösen Lehren begreifbar und können Teil eines religiösen Lebens sein. Mouches volantes und Christentum – auf den ersten Blick mag dies eine seltsame Kombination sein. Tatsächlich aber lassen sich in den Visionen der Propheten auch Mouches volantes-Strukturen erkennen [mein Artikel dazu ist geplant]. Und das Sehen der Mouches volantes sowie die von den Sehern dafür empfohlene Lebensführung und Übungen haben sicherlich einige Überschneidungen mit den christlichen Lehren und insbesondere der christlichen Mystik (vgl. News 2/08). Gleichzeitig ist klar, dass die Bibel ein abgeschlossenes Werk ist, und dass das „Bodenpersonal“ der Kirche die Visionen moderner Menschen nur dann als göttliche Botschaft akzeptieren kann, wenn diese mit der Bibel übereinstimmen. Vieles dabei ist Ermessenssache, wie Kellies Erfahrung deutlich macht: Auf meine Frage, wie die Pfarrer in den unterschiedlichen Kirchen auf die Mitteilung ihrer Mouches-volantes-Erfahrungen reagiert haben, erklärt sie, man habe ihr meistens Gebete angeboten und sie zum Beten aufgefordert. Doch in der Kirche, der sie nun angehört, ist die Sicht offenbar eine andere: der Pfarrer glaube an die göttliche Herkunft ihrer Visionen.
Als ich die Erfahrung eines Lichtstrahles hatte, der von zwei Engeln aus in meine Augen strahlte, konnte ich die Mouches volantes sehen.
Als ich die Erfahrung eines Lichtstrahles hatte, der von zwei Engeln aus in meine Augen strahlte, konnte ich die Mouches volantes sehen […] Ich zweifle nicht daran, dass dies alles spirituell ist. (Quelle)
Auf einen Unterschied zwischen dem Sehen der Emmentaler Seher und demjenigen christlicher Propheten und Visionäre soll hier jedoch hingewiesen werden: Christliche Visionäre verstehen sich als Auserwählte und ihre Wahrnehmungen als von Gott gesendete Botschaften. Mouches volantes oder andere entoptische Erscheinungen allein werden vermutlich kaum als solche Botschaften erkannt. Dazu müssen sie zusammen mit Traumbildern erscheinen, die anschlussfähig an die Bibel sind. So sind Mouches volantes in Visionen z.B. etwa als Strahlenkranz um Jesus oder als Räder oder Augen am Thronwagen Gottes erkennbar (vgl. Tausin 2012, 2010; News 2/07). Kellie beispielsweise hatte die Vision von Engeln, deren Licht die Mouches volantes sichtbar machte. Für die Seher sind solche Traumbilder und Visionen ein Hinweis darauf, dass Energie noch nicht frei als Ekstase ins Bild fliessen kann. Es gilt sie aufzulösen, um die Mouches volantes als reine, kultur- und religionsunabhängige Bewusstseinslichter zu sehen.

Danke, Kellie, für deinen Tipp!
Literatur/Links:
    - Tausin, Floco (2012): Mouches volantes (MV) und andere subjektive visuelle Phänomene. www.mouches-volantes.com (30.9.14)

    - Tausin, Floco (2010): Mouches volantes – Warum die Welt ohne sie ärmer wäre. In: Virtuelles Magazin 2000, Ausgabe 56/2010. www.archiv.vm2000.net (24.11.14)
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Kunst

Kunstwerke aus verschiedenen Kulturen und Zeiten, die entoptische Phänomene zeigen oder durch sie inspiriert sein könnten...

“Floatertattoo” von Fabian Wyss

Was wäre, wenn die Medizintechnologie unsere Mouches volantes beliebig verändern könnte? Wenn es also möglich wäre, aus unseren Punkten und Fäden Gebilde zu formen, die wir kennen und die für uns bedeutungsvoll sind – Tiere, Engel, Symbole, vielleicht auch ganze Wörter und Namen?

Diese Möglichkeit hat Fabian Dominic Wyss, ein Absolvent der Hochschule der Künste Bern, in seiner BA-Abschlussarbeit aus dem Jahr 2009 thematisiert. In seiner theoretischen Arbeit hat er sich zunächst ein umfassendes Bild über Mouches volantes, aber auch über die „Sternchen“ (blue field entoptic phenomenon) und die Purkinje Gefässschattenfigur verschafft. Als Erklärung dienen ihm wissenschaftlich-ophthalmologische Ansätze. Gleichzeitig hat sich der Künstler bei Mouches volantes von alternativen und esoterischen Interpretationen inspirieren lassen, insofern Mouches volantes hier als etwas erscheinen, das einen Sinn oder eine Botschaft in sich trägt und für Eingeweihte zugänglich ist:

„Als sehr abenteuerlichen Ansatz sind Floaters für Esoteriker schon mal dunkle Materie, Bewusstseinslicht, Teilchen der Erleuchtung oder Energiepartikel, welche für Eingeweihte sicht- oder gar mutierbar werden. Phantasievoll beschreiben pseudowissenschaftliche Schriftsteller und selbst ernannte Forscher Mouches Volantes. Ist es möglich, dass Mouches Volantes sogenannte Bione sind? Oder kann man aus Grösse, Form und Anordnung etwas herauslesen? Der Phantasie werden da keine Grenzen gesetzt. Ein ganzes Buch hat der Berner Schriftsteller Floco Tausin geschrieben.“
„Floatertattoo“ von Fabian Wyss. Installation an der Hochschule der Künste Bern.
„Floatertattoo“ von Fabian Wyss. Installation an der Hochschule der Künste Bern, 2009. (Quelle: 25.11.14)
Fabian Wyss hat ebenfalls seine Fantasie spielen lassen. Da er „auf dem Boden des Realen“ geblieben ist, geht diese aber nicht in eine spirituelle und esoterische Richtung, sondern in die Richtung von Science Fiction: Die Beschreibung seiner Installation „Floatertattoo“ liest sich wie ein Werbetext eines fiktiven Unternehmens, das solche Tattoos anbietet:

„Die Forschungsgruppe der ‚Entoptic Laboratories‘ verbindet grenzüberschreitende Nanotechnologie mit ophthalmologischer Feinkunst. Das Resultat ist ein persönliches, aus den natürlich vorhandenen Partikeln zusammengesetztes Floatertattoo. Diese Tattoos sind nur für den Betrachter und – ebenso wie die natürlichen Floaters – nur unter gewissen Lichtverhältnissen sichtbar.“

Die Installation selbst ist eine Polarisationsanimation, die mit 3D-Brillen betrachtet wird. Der Bildschirm zeigt einen Ausschnitt des Himmels, durch den unterschiedliche Punkte und aus Punkten zusammengesetzte Fäden fliessen. In diesen dreidimensionalen Mouches volantes erkennt man plötzlich tier- oder menschenähnliche Formen oder Buchstaben. Der Künstler schreibt dazu:

„Zur Veranschaulichung der Möglichkeiten dieser fiktiven Technologie lässt eine farbige Polarisationsanimation den 3D-Brillenträger eintauchen in die Welt der halbtransparenten Gelegenheitsbegleiter. Vom kleinen Schutzengel bis zum fliegenden Tyrannosaurus Rex werden Innovationsbegeisterte inspiriert, ein persönliches Floatertattoo gestalten und mit neuesten Robotik-Lasergenerationen im Auge umsetzen zu lassen.“

Die Arbeit von Fabian Wyss erscheint nicht zuletzt als Parodie auf den der Marktlogik unterworfenen Individualismus heutiger Menschen: Sogar unser „Augenmüll“ dient unserer illusionären Jagd nach Selbstverwirklichung, während wir gleichzeitig systemtreue Konsumenten bleiben. Ironischerweise gibt es die „Entoptic Laboratoires“ mit ihrer „ophthalmologischen Feinkunst“ schon heute. Nur werden sie noch regulär „Augenkliniken“ genannt, ihre Kunst ist als „Vitrektomie“ bekannt, und sie bilden keine Formen, sondern lösen sie auf – meistens jedenfalls. Weil unser Blickfeld unseren Ansprüchen genügen muss.
Literatur/Links:
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Wissenschaft

Neuigkeiten aus Medizin und Kulturwissenschaft zum Thema Mouches volantes und entoptische Phänomene.

Entoptische Erscheinungen als Zugang zum kollektiven Unbewussten

Sayin, H. Ümit (2014): Does the nervous system have an intrinsic archaic language? Entoptic images and phosphenes. In: NeuroQuantology 12, Nr. 3: 427-445
Der Autor H. Ümit Sayin geht der Frage nach, ob Phosphene und entoptische Erscheinungen Teil einer archaischen Symbolsprache sind, welche durch das Zentralnervensystem erzeugt wird und in das kollektive Unbewusste eingegangen ist. Schamanen konnten und können dadurch auf archetypisches „altes Wissen“ zurückgreifen, welches in der Steinzeit für den Entwicklungsprozess und das Überleben der Menschen wichtig gewesen sei.

Psychoaktive Pflanzen werden seit der Steinzeit in Ritualen und Zeremonien eingesetzt. Insbesondere halluzinogen wirkende Pflanzen führen die Ritualteilnehmer – in erster Linie Schamanen und Medizinmänner – in veränderte Bewusstseinszustände, in denen ausseralltägliche Wahrnehmungen und Visionen möglich sind. Manche Forscher glauben, dass die Muster von steinzeitlichen Felsbildern solche Visionen repräsentieren. Sayin glaubt zudem, dass diese Erfahrungen auch religiöse Ideen, Symbole und Bilder beeinflusst haben und bis in die modernen monotheistischen Religionen weitertradiert wurden. Denn die Erscheinung von übernatürlichen Wesen wie Geistern, Götter, Dämonen sowie die ausserkörperlichen Erfahrungen und Flüge in die Anderswelt würden sich ohne die Einnahme von Halluzinogenen nur schwer erklären lassen. Ausserdem setzen sich viele religiöse Symbole und Darstellungen aus geometrischen Formen zusammen, die den entoptischen Erscheinungen, welche während veränderten Bewusstseinszuständen verstärkt wahrgenommen werden, sehr ähnlich sehen. Der Autor zeigt mit Hilfe klinischer Studien, dass Menschen unter dem Einfluss von Halluzinogenen nicht nur entoptische Formen sehen, sondern zugleich auch mystische Erfahrungen machen sowie ein erweitertes Vermögen zeigen, die Erfahrung durch Metaphern begreifbar zu machen. Dies alles spiele zusammen und sei ein Argument dafür, dass Religionen weder von aussen inspiriert noch eine Erfindung des Menschen seien, sondern „angeboren“. Dabei nennt der Autor als Quelle der entoptischen Formen das Zentralnervensystem, doch zugleich sind sie eine archetypische Erscheinung im „kollektiven Unbewussten“ (C. G. Jung), die dann in Mythen und Kunst eingegangen sind.
Entoptischen Formen das Zentralnervensystem, sind zugleich auch archetypische Erscheinungen im „kollektiven Unbewussten“.
Entoptische Formen des Zentralnervensystems sind auch archetypische Erscheinungen des „kollektiven Unbewussten“, die in Mythen und Kunst eingegangen sind: Archetypisches Mandala nach C. G. Jung. (Quelle)
Dieser Vorgang stellt sich Sayin folgendermassen vor: Die frühesten Menschen, die weder Schrift noch Sprache kannten, hatten abstrakte Konzepte von überlebenswichtigen Erfahrungen entwickelt, und zwar mit Hilfe von gut unterscheidbaren entoptischen Mustern – Linien, Quadrate, Kreise, Ellipsen u.a. Während Jahrtausenden haben sich diese Muster als „altes Wissen“ in das menschliche Nervensystem eingebrannt und wurden zur Grundlage des abstrakten Denkens. Die entoptische Rückerinnerung an diese archaischen Lebenserfahrungen aus dem kollektiven Unbewussten in schamanischen Ritualen und Zeremonien habe die Menschen befähigt, die Informationen lebendig zu halten und an die nächste Generation weiterzugeben. Die Phosphene und entoptischen Bilder sind damit Teil einer vergessenen archaischen neurologisch-visuellen Zeichensprache, die einen Vorteil für die Entwicklung des Menschen bedeutete.

Kommentar von Floco:
Die Arbeit von H. Ümit Sayin ist keine Studie im strengen wissenschaftlichen Sinn, sondern ein etwas sperriger Essay im Rahmen der neuen und umstrittenen „Neuroquantologie“, wo Bewusstseinsforschung, Neurowissenschaften und Physik zusammentreffen. Der Beitrag von Sayin lässt sich als eine Anregung betrachten für das Verständnis von entoptischen Erscheinungen generell, und von Mouches volantes im Speziellen – obwohl der Autor Mouches volantes nicht erwähnt. Zunächst bestätigt der Autor für uns bereits Bekanntes: so die Deutung von steinzeitlichen Felsbildern als figurative und abstrakte Visionen im Zuge schamanischer Rituale; oder die Idee, dass sich diese Zeichen im Laufe der Zeit zu religiösen Symbolen entwickelt haben (vgl. Tausin 2006, sowie den Hauptartikel in diesem Newsletter).

Ein spannender Gedanke, der für die spirituelle Arbeit mit Mouches volantes erwogen werden kann, ist Sayins Vorschlag, die Wahrnehmung entoptischer Erscheinungen als archetypische Bilder zu verstehen. Der Begriff „Archetypus“ ist uns v.a. durch die Arbeit von Carl Gustav Jung bekannt. Der Schweizer Psychologe hat Archetypen als die Grundstrukturen unserer Psyche beschrieben, die in ihrer Gesamtheit das kollektive Unbewusste ausmachen. Dies bedeutet, dass uns die Archetypen nicht direkt zugänglich sind, dass sie aber unsere Wahrnehmung und unser Verhalten prägen und sich als ähnliche Projektionen über alle individuellen und kulturellen Unterschiede hinweg zeigen können. Jung dachte dabei nicht nur an bestimmte instinktive Verhaltens- und Erfahrungsmuster, sondern Archetypen können sich auch in der Form von Bildern in Mythen und Träumen zeigen. Nach Sayin sind entoptische Bilder die Schwelle zwischen Archetypen und weiteren, kulturell ausgeformten archetypischen Bildern. Für den Autor sind nicht die spirituellen Aspekte dabei vordergründig, sondern er fragt nach den Bedeutungen entoptischer Bilder für die generationenübergreifende Kommunikation und für den evolutionären Vorteil in der menschlichen Entwicklung. Durch den Hinweis auf die Archetypen erhalten MV und Co. jedoch auch eine Bedeutung für die individuelle Bewusstseinsentwicklung. Wenn beispielsweise die archetypischen Vorstellungen über den Himmel, das himmlische Licht, das Göttliche, die Wesen der oberen Welt und sogar UFO- und andere Himmelserscheinungen (vgl. Jung 1958) auf der Grundlage der Mouches volantes-Kugeln entstanden sind, dann lässt sich das Sehen dieser Kugeln – ob als Meditation oder als Inspiration für die vertiefende philosophische, psychologische oder künstlerische Auseinandersetzung – als Arbeit mit einem Archetypus verstehen. Nach Jung wäre dies die Arbeit mit dem Mandala (sanskr. mandala, „Kreis“), dem zentralen Archetypus, der das Selbst und den Zentrierungsvorgang der Persönlichkeit symbolisiert (vgl. Jaffé 1962).
Literatur/Links:
    - Jaffé, Aniela (Hg.) (1962): Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung. Walter Verlag

    - Jung, Carl Gustav (1958): Ein moderner Mythus. Von Dingen, die am Himmel gesehen werden. Rascher-Verlag

    - Tausin, Floco (2006): Mouches volantes und Trance: Ein universelles Phänomen bei erweiterten Bewusstseinszuständen früher und heute. In: Jenseits des Irdischen 3. www.mouches-volantes.com (30.8.13)

Zu guter Letzt

Feedback des Quartals

Mouches volantes - Christmas Bubbles: Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern lichtvolle Tage des Feierns und des Übergangs!
“Ihre eigenartige Theorie über die mouches volantes hat mich von Anfang an nicht überzeugt. Für mich sind sie […] nichts anderes als Minispuren von Ablagerungen winziger auf der Netzhaut herumschwimmender Partikel von Blut aus kleinen geplatzten Äderchen.”
-- R
“Bis ich dich, oder besser gesagt die Infos rund um dein tolles Buch im Internet gefunden habe, ging ich seit meiner Kindheit davon aus, dass diese Mouches Volantes lediglich die bewegende Tränenflüssigkeit auf dem Auge ist. Jetzt weiss ich besser bescheid, WooW! Vielen Dank sehr faszinierend.’”
-- Ronja
Herzlichen Dank für die kritischen und unterstützenden Feedbacks. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern lichtvolle Tage des Feierns und des Übergangs! Smile
-- Floco Tausin