Mouches Volantes: Leuchtstruktur des Bewusstseins und Meditation mit offenen Augen.
Fragen und Antworten von Floco Tausin zum Thema: Glaskörpertrübungen bzw. Mouches volantes  oder fliegende Mücken.
Mouches volantes und das Bewusstsein
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News: Ganzheitlich Sehen

"Ganzheitlich Sehen"

4/25 (Nr. 66)
ISSN 1662-808X
Ganzheitlich Sehen News Linie

Inhalt

Aktuelles
Jetzt erschienen: Neun Lichter – Der Kraftort der Seher

Nestors Praxistipps
Bewusstes Träumen I

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Einführung

Hallo, mein Name ist Floco Tausin.
Ich bin Autor und Bewusstseinsforscher mit kulturwissenschaftlicher und seherisch-spiritueller Ausrichtung.

Ganzheitlich Sehen ist mein Newsletter, der die Entstehung der Buchreihe Neun Lichter begleitet. Neun Lichter ist ein mystischer Roman, der die Erzählung von Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins fortsetzt.
Buchreihe: Mouches Volantes und Neun Lichter
Buchreihe: Mouches Volantes und Neun Lichter (Quelle)

In Ganzheitlich Sehen erforsche ich so genannte entoptische Phänomene. Das sind subjektive Lichterscheinungen, die durch innere Prozesse (physiologische, psychische, spirituelle) entstehen. Der Fokus liegt auf der „Leuchtstruktur“, einer Lichterscheinung, die oft mit der Glaskörpertrübung namens Mouches volantes verwechselt wird. Die Emmentaler Seherinnen und Seher, bei denen ich das Sehen erlernt habe, verstehen die Leuchtstruktur als ersten strukturierten Ausdruck des Bewusstseinslichts. Sie nutzen die Leuchtstruktur als Objekt für das „Sehen“, eine Art Meditation mit offenen Augen.

Ganzheitlich Sehen erscheint 3–4 x pro Jahr. Neben aktuellen Mitteilungen wechseln sich folgende drei Rubriken ab:

Leuchtstruktur in Natur: Diese Rubrik folgt der seherischen Erkenntnis, dass Bewusstsein die Ursache aller Existenz ist, und dass die strukturellen Prinzipien des Bewusstseinslichts auch den Aufbau der Materie und des Lebens organisieren. Durch die Betrachtung von Naturerscheinungen spüre ich diesen Prinzipien nach und eröffne dadurch wiederum einen frischen Blick auf die Leuchtstruktur.

Bilder und Stimmen: Visionäre Kunst zeigt uns Welten, die mit unserem Alltagsbewusstsein kaum zugänglich sind. Dazu gehört die Erfahrung des inneren Lichts in vielfältigen Formen – von Visionen, über entoptische Erscheinungen bis zur Leuchtstruktur. In dieser Rubrik präsentiere ich Bilder und Stimmen entsprechender Künstlerinnen und Künstlern.

Nestors Praxistipps: Der Weg des Sehens ist ein Weg der Ekstase. Das bedeutet, dass wir Energie aufbauen, verfeinern, zum Fliessen bringen und als Ekstase wieder freigeben, um die Leuchtstruktur aufleuchten zu lassen. Dies setzt ein achtsames und bewusstes Verhalten in allen Aspekten des Lebens voraus. Um diesen Weg zu gehen und das Sehen der Leuchtstruktur zur meditativen Praxis zu entwickeln, präsentiere ich Ratschläge von Nestor, meinem Lehrer.

Wenn du meine unabhängige Arbeit mit einem thematischen Beitrag, einem Einkauf im Leuchtstruktur Shop oder einer Spende unterstützen möchtest, hast du hier die Möglichkeit dazu. Als Dankeschön erhältst du freien Zugang zum Mitglieder-Bereich, wo du alle meine veröffentlichten und unveröffentlichten Artikeln findest.

Aktuelles

Neuerscheinung


Neun Lichter

Der Kraftort der Seher

Ein mystischer Roman von Floco Tausin

Leuchtstruktur Verlag 2025
Neun Lichter - Der Kraftort der Seher
Neun Lichter - Der Kraftort der Seher (Quelle)

Der Kraftort der Seher ist der zweite Band der Buchserie Neun Lichter und knüpft an die Geschehnisse in Die Spitze des Himmels an. Diese Serie erzählt die Geschichte von Mouches Volantes – Die Leuchtstruktur des Bewusstseins weiter.

Angeleitet durch Nestor und die Emmentaler Seher geht die Entwicklung des inneren Sehens und die Suche nach den Neun Lichtern weiter. Floco beginnt den Weg des Forschens, um Spuren der Leuchtstruktur und der Neun Lichter in anderen Kulturen zu entdecken und zu seherischen Formen des Wissens zu gelangen. Zudem lernt er Aoi kennen, die vierte im Bunde der Wanderer. Gemeinsam beginnen Mai, Romeo, Aoi und Floco ihre Arbeit auf dem ›Spielplatz‹, einem Kraftort der Seher. Dort müssen sie ihr Gelerntes anwenden und ihre Verbindung untereinander entdecken, um ihrem Ziel näherzukommen: dem endgültigen Sprung in die linke Seite des Bewusstseins. In einer Höhle tief im Emmentaler Karstgebirge wartet bereits die erste grosse Prüfung auf sie …

Die Erzählung gibt einen Einblick in das Sehen, die Weltanschauung und die Praktiken von Menschen, die ihr Bewusstsein über die Alltagswahrnehmung hinaus intensivieren, um das leuchtende Mysterium unserer Existenz zu ergründen.

Neun Lichter
Der Kraftort der Seher

Das Buch wird im Leuchtstruktur Shop erhältlich und in jeder Buchhandlung bestellbar sein.

(Erscheinungstermin Ende 2025)

Vorbestellung

Neun Lichter
Der Kraftort der Seher

Ab sofort erhältlich im Leuchtstruktur Shop sowie in jeder Buchhandlung.

Nestors Praxistipps

Das Sehen von Mouches volantes ist eine sehr einfache und leicht zugängliche Übung. Um es aber zur meditativen Praxis zu entwickeln, können einige Tipps von Nestor helfen.

Bewusstes Träumen I

Ein vertrauter und zugleich rätselhafter Bewusstseinszustand ist das Träumen. Als bewusster Teil des mehrheitlich unbewussten Schlafs ist es eine grundlegende Erfahrung, durch die sich viele Säugetiere, einschliesslich des Menschen, auszeichnen. Über die Funktion und Bedeutung des Träumens gibt es zahlreiche Ansichten und Vermutungen, aber keine Gewissheiten. Dass der Schlaf der Erholung dient, ist offensichtlich. Für das Träumen aber gilt dies nicht unbedingt. Denn unser Hirn verbraucht in den Phasen, in denen wir träumen, viel mehr Energie und Sauerstoff als im Wachzustand – das Träumen ist, in den Worten der Seher, ein Zustand erhöhter Bewusstseinsintensität. Wozu also leisten wir uns jede Nacht dieses bilderreiche Aufleuchten des Bewusstseins? Geht es vielleicht darum, wie manche glauben, während des Träumens unsere Erfahrungen, insbesondere starke Emotionen, zu verarbeiten? Doch weshalb träumen wir dann auch von fantastischen Dingen, die wir im Alltag nie erlebt haben? Fantastische Traumszenen könnten aber, so eine weitere Theorie, ein Ausdruck davon sein, dass unser Hirn neue Verknüpfungen bildet, die uns zu neuen Einsichten verhelfen und somit unsere Kreativität fördern. Doch gilt das auch für Alpträume, die uns eher belasten als beflügeln? Alpträume wiederum, sagen andere Forschende, könnten nächtliche Übungsräume sein, in denen wir Umgangsweisen für herausfordernde Situationen einüben. Doch auch dazu passt nicht so recht, dass wir uns in Träumen häufig in surrealen Situationen wiederfinden, die wir im Alltag nie erleben werden – wozu sollten wir diese einüben? Oder sind Träume doch nur Zufallsprodukte unseres Gehirns ohne jede Bedeutung? Über diesen Gedanken würden wohl all jene lachen, in deren Gesellschaften seit tausenden von Jahren eine Kultur des Träumens praktiziert wird.


„Ein traditioneller Traumfänger.
Ein traditioneller Traumfänger, ursprünglich ein Kultobjekt der Anishinabe (Ojibwe), eine der grössten indigenen Gesellschaften Nordamerikas. Der Traumfänger fängt die schlechten Träume ein und lässt die guten über die Federn auf die Träumenden hinuntersickern. (Quelle: 6.11.25.).

Träumen als kulturelle und religiöse Praxis


Menschen haben ihre Träume seit jeher als bedeutungsvollen Teil ihres Lebens verstanden und aktiv genutzt. In manchen indigenen Gesellschaften werden Träume innerhalb der Familie und der Gemeinschaft geteilt und teils mithilfe von Traumdeutern gedeutet. Schon Kinder lernen, ihr Träumen positiv zu beeinflussen und ihr Handeln danach auszurichten. Oft unterscheiden Indigene nicht klar zwischen dem Wachbewusstsein und dem Träumen. Träume werden wie selbstverständlich in die eigene Biografie integriert, das Gelingen alltäglicher Geschäfte ist ebenso wichtig wie das Gelingen von geträumten Unternehmungen. Träume zeigen nicht nur die spirituelle Kraft und das Wachstum eines Menschen an, sondern bestimmen teilweise auch seine gesellschaftliche Rolle, etwa, ob jemand Schamane oder Kriegerin wird. Beim Träumen, so eine alte verbreitete Vorstellung, verlässt die Seele – oder ein bestimmter Teil davon – den Körper und reist in die Unterwelt oder die Götterwelt, um dort von Geistern und Göttern Wissen, Macht und Heilung zu erbeten. Teilweise werden Techniken wie Fasten, Isolation oder auch bewusstseinsverändernde Pflanzen eingesetzt, um bestimmte Träume und Visionen hervorzurufen.


„Jakob träumt von der Himmelsleiter (Gen 28, 10-16)..
Jakob träumt von der Himmelsleiter (Gen 28, 10-16). Zeichnung von Lodovico Gigoli, um 1593. Quelle: The York Project: Die Bibel in der Kunst (Digitale Bibliothek TYP 14)

Auch für die Menschen der frühen Zivilisationen waren Träume wichtig. Träume wurden als Botschaften der Götter verstanden, die es zu entschlüsseln galt, um zukünftige Ereignisse in Erfahrung zu bringen. Mithilfe von Ritualen wurde versucht, über Träume direkt mit den Göttern in Verbindung zu treten. Im antiken Griechenland etwa haben Menschen an heiligen Orten und in Tempeln geschlafen, um im Traum den Göttern zu begegnen und von ihnen Ratschläge oder Heilung zu erhalten. Auch das Alte Testament berichtet vom Träumen als „Befragung Gottes“, d.h. Träume wurden als Orakel genutzt. In den monotheistischen Religionen tauchen Träume und Visionen meistens als Prophezeiungen auf, also als warnende und handlungsanweisende Bilder, die Gott seinen Auserwählten sendet. Auch in anderen Religionen kündigen die Götter die Geburt oder die Berufung ihrer Auserwählten in Träumen an. Im indischen Yoga und im tibetischen Buddhismus hingegen wird eher mit der Struktur als mit den Inhalten von Träumen gearbeitet: Yogis mit bestimmten Fähigkeiten lernen, ihre Bewusstheit in Träumen aufrechtzuerhalten, um heilvolle Geisteszustände zu erzeugen, die Unbeständigkeit allen Seins zu realisieren und schliesslich das Klare Licht bzw. die Buddha-Natur zu erkennen.


Träume in der westlichen Philosophie und Psychologie


Die westliche Philosophie und Forschung hat eine lange Tradition, Träume als „Schäume“ zu begreifen. Schon Aristoteles hat Träume als rein mentale Bilder ohne eigene Wirklichkeit verstanden. Die alte indigene Vorstellung, dass die Seele beim Träumen den Körper verlässt, wurde in der christlichen Welt als häretisch verworfen. Und unter dem Eindruck des Leib-Seele-Dualismus von René Descartes haben westliche Gelehrte das Träumen ins Reich des Irrationalen und Unwirklichen verbannt und ihm keine weitere Beachtung geschenkt. Die aktuellen Erben hiervon sind neurophysiologische Hypothesen wie etwa das Aktivierungs-Synthese-Modell, das Selbstreinigungsmodell oder das Integrationsmodell: Träume seien zufällige Erregungsmuster des Hirns, die als Inhalte erscheinen und zu einer verworrenen Geschichte versponnen werden. Oder es seien alte und überflüssige Bilder, die das Gehirn aufrufe und bereinige. Oder sie dienten dazu, die Eindrücke des Tages ins Gedächtnis zu überführen. In all diesen Modellen gelten die konkreten Trauminhalte als bedeutungslos.

Widerspruch gegen solche Hypothesen kommt insbesondere aus der Psychologie. Hier wurde den Trauminhalten von Beginn weg Aufmerksamkeit geschenkt. Für Sigmund Freud, den Begründer der Psychoanalyse, sind Träume ein Tor zum Unbewussten. Durch Träume, so glaubte er, erfüllen wir uns unbewusste Wünsche, die oft mit gesellschaftlichen Idealen und Zwängen in Konflikt stehen, von sexuellen Fantasien bis zu Gewaltexzessen. Durch die Analyse der Träume könne ein Therapeut oder eine Therapeutin solche Konflikte bewusst machen und dadurch ausgelöste psychische Leiden heilen. Auch Carl Gustav Jung glaubte, dass Träume etwas über unser Unbewusstes verraten. Im Gegensatz zu Freud legte er die Träume unter Einbezug seiner Patientinnen und Patienten individuell aus. Ihm zufolge zeigten sich in Träumen aber stets auch Archetypen, also Urbilder aus dem kollektiven Unbewussten, die u.a. auch in Mythen und Märchen wiederkehren (vgl. News 2/14). Die Traumanalyse sollte also nicht nur der Bewältigung psychischer Probleme dienen, sondern auch der Persönlichkeitsentwicklung und der Verbindung mit dem geistigen Erbe der Menschheit. Auch die moderne psychologische Traumarbeit versucht auf vielfältige Weise, Träume und deren Inhalte nicht nur für die Behandlung psychischer Leiden zu nutzen, sondern auch für das tiefere Verständnis unseres Menschseins.


„Wach im Traum: das luzide Träumen.
Wach im Traum: das luzide Träumen. (Quelle: 6.11.25.).

Das luzide Träumen


Die Entdeckung der sogenannten Klarträume oder luziden Träume hat eine neue Welle der wissenschaftlichen Traumforschung ausgelöst. Luzide Träume sind solche, in denen die Träumenden nicht nur eine grosse Bewusstheit und Kontrolle haben, sondern sich ihres Träumens auch bewusst sind – etwas, das Forschende lange Zeit für unmöglich hielten. In den 1950er Jahren wurden zunächst zyklisch wiederkehrende Schlafstadien entdeckt und das Träumen insbesondere mit der sog. REM-Phase assoziiert. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Augen der Träumenden rasch hin und her bewegen (engl. rapid eye movement, REM). Ab den 1970er Jahren zeigten Experimente, dass Probanden sich ihres Träumens tatsächlich bewusst waren, insofern es ihnen gelang, während der REM-Phasen ihren Zustand durch zuvor vereinbarte Augenbewegungen mitzuteilen. Inzwischen ist klar, dass in luziden Träumen ein höheres, verstandesmässiges und kritisches Bewusstsein aktiv ist, das den eigenen träumerischen Zustand und seine Inhalte planen, analysieren und bewerten kann. Somit ähnelt das luzide Träumen eher dem Wachzustand als dem Schlafzustand. Mittlerweile gibt es zahlreiche Bücher, Podcasts und Apps zum Thema, die Erfahrungsberichte und Übungen anbieten, stets mit derselben Botschaft: Luzide Träume sind real, die meisten Menschen haben sie bereits erlebt, viele erleben sie gelegentlich auch ohne besonderes Zutun, doch mit entsprechenden Absichten und Übungen lässt sich ihre Häufigkeit und Dauer deutlich steigern. Dass es sinnvoll ist, dies zu tun, wird aus Erfahrungsberichten deutlich: Luzide Träume werden als intensiver, lebendiger und eindrücklicher erfahren als normale Träume. Sie lassen sich zu unterschiedlichsten Zwecken nutzen, etwa, um die Kreativität zu fördern, unkonventionelle Lösungen für Probleme zu finden, körperliche oder mentale Fähigkeiten einzuüben, Ängste oder Hemmungen zu überwinden, oder auch einfach nur, um Abenteuer zu erleben und Spass zu haben. Kurz: Das luzide Träumen bereichert unser Leben.


Das Träumen aus seherischer Sicht


Das Träumen lässt sich auch für ein spirituelles Leben und die Bewusstseinsentwicklung nutzen. Davon zeugen nicht nur die entsprechenden Berichte und Umgangsweisen, die wir aus indigenen und schamanischen Kulturen, aus priesterlichen Religionen sowie aus dem indischen und tibetischen Traumyoga kennen. Auch die Erfahrungen westlicher und oft nicht besonders religiöser oder spiritueller Klarträumerinnen und Klarträumer verweisen immer wieder auf die spirituelle Relevanz von Träumen. Etwa da, wo von Lichterscheinungen berichtet wird. So sehen sich luzide Träumerinnen und Träumer in unterschiedlichen Situationen mit leuchtenden Bällen, Kugeln, Fäden, Kegeln oder Tunneln konfrontiert. Oft sind dies sehr eindrückliche Erfahrungen: Das Licht wird nicht selten mit Bewusstheit, Weisheit, unmittelbarer Gegenwart oder der Essenz allen Seins assoziiert. Diese Erfahrungen gehen auch einher mit grossen Einsichten, mit Staunen, sowie mit Gefühlen des Einsseins, des Friedens und der Liebe. Lichterscheinungen wie diese zeigen ausserdem, dass in Träumen nicht nur spirituelle, sondern auch seherische Erfahrungen möglich sind.


„Während des Träumens sind seherische Lichterscheinungen möglich
Während des Träumens sind seherische Lichterscheinungen möglich. (Quelle: 6.11.25).

Dies deckt sich mit den Aussagen der Emmentaler Seherinnen und Seher. Sie berichten davon, dass sich die Leuchtstruktur auch in Träumen sehen lässt. In Traumzuständen lasse sich das Sehen klarer und intensiver erfahren, das Bewusstseinslicht erscheine deutlicher, die Bedeutung der Leuchtstruktur als Trägerin dieses Lichts werde eher erkannt. Nicht zuletzt soll es in Träumen möglich sein, sich bewusst der eigenen Quelle in der Leuchtstruktur anzunähern und sogar in sie einzugehen. Doch wie lässt sich erklären, dass unser Bewusstsein in Träumen grundsätzlich intensiver, beweglicher und verständiger – also „erleuchteter“ – ist als im Wachzustand? Die Seherinnen und Seher trennen nicht strikt zwischen dem Wachen und dem Träumen. Aus ihrer Sicht ist alles Dasein in seiner Essenz leuchtendes Bewusstsein, das sich aus der Quelle auf alle Stufen bzw. Bewusstseinsschichten der Existenz ergiesst. Unser gesamtes Leben spielt sich gleichzeitig auf allen Schichten ab. Jene Schichten aber, die näher an unserer Quelle sind, erfahren wir weniger physisch, sondern energetischer, feinstofflicher und somit traumähnlicher. Es sind jene Schichten, die wir meistens während des Schlafens erreichen, zuweilen aber auch in intensiven Bewusstseinszuständen während des Wachens. Die Seher sprechen hier von den Schichten der Gefühlswelt und der Gedankenwelt, was in etwa dem Traumzustand und dem Tiefschlafzustand entspricht. Beim Träumen sind wir also nicht mehr durch die sinnlich-materielle Welt bzw. den physischen Körper eingeschränkt. Die Energie, die wir während des Wachens für die körperliche Bewegung und die sinnliche Wahrnehmung aufwenden, nutzen wir nun für die Erkundung der inneren Körper und Welten. Dennoch sind Träume nicht weniger real als das Wachbewusstsein. Im Gegenteil, in gewisser Hinsicht sind sie sogar realer, weil wir das Bewusstseinslicht hier eben in einer reineren und dynamischeren Form erfahren.

Die Ziele der seherischen Traumarbeit


Die Traumarbeit der Seher ist eher eine traumyogische als eine psychologische Arbeit: Es geht nicht in erster Linie um die Deutung von Trauminhalten. Vielmehr ist das bewusste Träumen eine von mehreren Möglichkeiten, in intensivere Bewusstseinszustände zu gelangen und diese zu nutzen, um das Bewusstseinslicht zu sehen. Konkret arbeiten Träumende auf drei seherische Zielsetzungen hin:

1) die Entwicklung der Fähigkeiten der inneren Körper, also des Gefühlskörpers und des Gedankenkörpers, um die inneren Welten bewusst zu erfahren und zu gestalten. Dies ist die Grundlage für die beiden folgenden Ziele;

2) die Beweglichkeit durch die Bewusstseinsschichten hindurch, so dass sich die Chance eröffnet, höhere Schichten und letztlich die Quelle zu erreichen. In dieser Hinsicht lässt sich das bewusste Träumen als eine Vorbereitung auf den Sprung in die linke Seite des Bewusstseins verstehen;

3) das Sehen des inneren Lichts, sei es in der Form der Leuchtstruktur oder in anderen entoptischen Formen.

Übungen für das bewusste Träumen


Die Herausforderung des bewussten Träumens besteht darin, in Träumen ein Bewusstsein und eine Kontrolle zu erlangen und aufrechtzuerhalten, die es uns erlaubt, den Traumzustand zu erkennen und aktiv zu nutzen. Dies wird durch eine Reihe von Übungen gefördert, die im Folgenden vorgestellt werden. Diese Übungen überschneiden sich teilweise mit Praktiken, die in der Literatur über das luzide Träumen vielfach benannt und erprobt sind. Teilweise handelt es sich um Übungen, die der Traumarbeit der Seher entstammen.

Vorbereitende Übungen während des Wachens


Motivation

Sei dir im Klaren, dass du mit dem bewussten Träumen im Begriff bist, etwas Schwieriges zu tun: Bewusstheit und Kontrolle in einen wenig bewussten und wenig kontrollierbaren Zustand zu bringen. Eine positive Einstellung und Motivation sind hier wichtig, sie verstärken nachweislich den Erfolg. Vergegenwärtige dir, dass deine Träume bedeutungsvoll sind und sich für die Bewusstseinsentwicklung nutzen lassen. Beschäftige dich mit dem bewussten Träumen, lies Artikel und Bücher zum Thema (siehe z.B. die Literaturliste unten). Erinnere dich an deine Ziele, die du durch dein Träumen erreichen möchtest. Führe regelmässig deine Traumübungen durch. Gib nicht auf, wenn es dir nicht sofort gelingt, sondern sei geduldig (vgl. News 3/20) – es kann Wochen oder Monate dauern, bis sich Erfolge einstellen.

Einfühlen

Finde regelmässig Zeit, dich ruhig hinzusetzen oder zu liegen und in den Körper einzufühlen, von den Zehenspitzen bis zum Kopf. Du kannst dich dabei auf einzelne Punkte in den Körpergliedern konzentrieren oder auch auf die Glieder selbst. Anregungen für diese Übung findest du in News 2/24 sowie in News 1/20. Diese Übung stärkt den Gefühlskörper und eignet sich auch als Übung für das Einschlafen (siehe unten).

Konzentration

Schliesse die Augen und konzentriere dich auf dein inneres Licht. Atme ein und beobachte die Lichtflecken auf deiner inneren Leinwand. Atme aus und entspanne deine Gesichts- und Augenmuskeln. Fahre eine Weile auf diese Weise einatmend und beobachtend sowie ausatmend und loslassend fort. Diese Übung fördert die mentale Klarheit und stärkt das innere Sehen. Sie eignet sich auch als Übung für das Einschlafen (siehe unten). Hinweis: Diese Lichtflecken sind das, was die Seher „Energiefelder“ nennen, in der Physiologie sind sie als „Phosphene“ bekannt. Zum Thema der Phosphene, vgl. die Beiträge in News 1/09 sowie News 1/23. Eine Variante der Konzentration auf die Phosphene findest du hier: News 2/19.

Aufmerksamkeit

Halte einen Moment inne und nimm bewusst wahr, was du siehst, hörst, riechst, schmeckst und fühlst. Was passiert gerade um dich herum? Gewöhne dir an, mehrmals am Tag alle Tätigkeiten einzustellen und mit allen Sinnen auf deine Umgebung zu achten. So stärkst du dein bewusstes Sein in dieser Welt. Und so wirst du später auch dein Sein in deiner Traumumgebung stärken, um den Traumzustand zu stabilisieren (siehe unten).

Prüfung des Zustands

Stelle dir im Anschluss an die Wahrnehmung der Umgebung folgende Frage: „Wache ich oder träume ich?“ Versuche, diese Frage so ernst und so ergebnisoffen wie möglich zu stellen. Um die Frage zu beantworten, prüfe den Zustand. Dies tust du, indem du Handlungen ausführst, deren Ergebnisse sich im Träumen und im Wachen markant unterscheiden. Blicke beispielsweise auf deine Hände – im Traumzustand erscheinen sie verändert: sie wabern, sind transparent oder farbig leuchtend, einzelne Finger verschwinden oder wachsen zusammen etc. Andere Möglichkeiten, den Zustand zu prüfen, sind der Versuch, mit zugehaltener Nase zu atmen (im Traum gelingt das), in die Luft zu springen (im Traum schwebt man eher, als dass man springt und fällt) oder den Finger auf einen festen Gegenstand zu pressen (im Traum gibt der Gegenstand nach oder lässt sich sogar durchdringen). Mache die Prüfung des Zustands zur Gewohnheit, so dass du sie spontan auch in Träumen ausführst und den Traumzustand eher erkennst. Wenn die Prüfung ergibt, dass du wachst, dann sage dir dies: „Ich wache“. Wenn du hingegen realisierst, dass du träumst, dann rufe aus: „Ich träume!“


„Blicke auf deine Hände, um deinen Zustand zu prüfen…
Blicke auf deine Hände, um deinen Zustand zu prüfen… (Quelle: 6.11.25).

Alternativ kannst du dir auch vergegenwärtigen, dass du dich andauernd in einem Traum befindest. Dies wird von den tibetischen Yogis so praktiziert und macht auch vor dem Hintergrund der Lehre der Seher Sinn: Wenn die Quelle in der Leuchtstruktur derjenige Ort ist, an dem wir wirklich bewusst und wach sein können, dann befinden wir uns umso tiefer in einem unbewussten Traumzustand, je weiter wir von der Quelle entfernt sind. Unser alltäglicher Zustand in der physischen Realität, den wir „Wachen“ nennen, ist, so gesehen, ein tiefer und unbewusster Traum – sogar noch tiefer und unbewusster als jene Zustände, die wir als Traum oder Tiefschlaf bezeichnen. Erinnere dich also regelmässig daran, dass alle deine Wahrnehmungen, Handlungen, Gefühle und Gedanken geträumt sind. Dann wirst du dir genau dies früher oder später auch während des nächtlichen Träumens vergegenwärtigen – mit der Möglichkeit, dir deines Zustands bewusst zu werden.

Anpassung des Schlaf-Wach-Rhythmus


Die Bewusstwerdung im Traum lässt sich am ehesten in den REM-Phasen des Schlafs erreichen. Gemäss Erkenntnissen der Schlafforschung durchlaufen wir jede Nacht mehrere Zyklen von ca. 90 Minuten, in denen sich Phasen des leichten und des tiefen Schlafs abwechseln. Die REM-Phase taucht jeweils am Ende eines Zyklus auf und führt in den nächsten. Ausserdem verlängern sich die REM-Phasen gegen Morgen hin. Um also die Wahrscheinlichkeit bewusster Träume zu erhöhen, empfiehlt es sich, gerade morgens etwas länger zu schlafen. Zudem lässt sich die Bewusstheit in den Morgenstunden durch eine einfache Strategie fördern: Schlafe nach dem Zubettgehen nur drei oder vier Zyklen lang, d.h. 4,5 Stunden oder 6 Stunden – damit hast du dir schon mal den tiefen, erholsamen Teil des Schlafs geholt. Falls dich deine innere Uhr (noch) nicht um diese Zeit weckt, stelle den Wecker entsprechend: Wenn du z.B. gewohnt bist, um 23 Uhr ins Bett zu gehen, dann stelle den Wecker auf halb vier oder auf fünf Uhr. Stehe dann auf und sei während einiger Zeit wach. Das können 15, 30 oder auch 60 Minuten sein – experimentiere mit diesen Zeitangaben. In der Zeit des Wachens kannst du alltägliche Arbeiten erledigen oder – noch besser – dich mit dem bewussten Träumen beschäftigen. Dann gehe wieder ins Bett und sorge dafür, dass du weitere 2-3 Stunden ungestört schlafen kannst. Diese Strategie ist in der Literatur als Wake-Back-to-Bed (WBTB) bekannt. Achtung: Es ist möglich, dass das Einschlafen am Morgen länger dauert oder gar nicht mehr gelingt. Falls du merkst, dass du infolge dieser Übung zu wenig Schlaf erhältst, dann setze sie wieder ab oder nutze sie nur sporadisch. Ausreichend Schlaf ist wichtig, nicht nur für das bewusste Träumen, sondern auch für deine Gesundheit.


„Erinnere dich an deine Träume – führe ein Traumtagebuch.
Erinnere dich an deine Träume – führe ein Traumtagebuch. (Quelle: 6.11.25).

Traumerinnerung

Die Erinnerungsfähigkeit spielt eine wichtige Rolle beim bewussten Träumen. Sie ist es, die den Bruch zwischen dem Wachen und dem Träumen überbrückt, und zwar in beide Richtungen: Je besser du dich an deine Träume erinnerst, desto mehr hast du von ihnen. Ausserdem gelingt es dir dann eher, Traumsignale zu erkennen (siehe unten). In Träumen wiederum geht es darum, dich an deinen Wachzustand zu erinnern. Je besser dir das gelingt, desto eher erkennst du dein Träumen und wirst bewusst und handlungsfähig. Um die Traumerinnerung zu trainieren, bleibst du nach jedem Aufwachen möglichst ruhig liegen und versuchst dich an den eben stattgefundenen Traum so detailliert wie möglich zu erinnern. Es empfiehlt sich, den Traum sogleich aufzuschreiben bzw. ein Traumtagebuch zu führen.


Absicht und Traumsignale

Durch Absicht trainierst du dein Bewusstsein, in Träumen den Traumzustand zu realisieren und das Beabsichtigte hervorzubringen. Beabsichtige mehrmals täglich, dass du in deinem nächsten Traum bewusst werden wirst. Formuliere diese Absicht als einen einfachen und einprägsamen Satz, z.B.: „Das nächste Mal, wenn ich träume, erkenne ich den Traumzustand.“ Um dies durch den Tag hindurch nicht zu vergessen, kannst du diese Absichtserklärung mit alltäglichen Handlungen verbinden: Sage dir den Satz z.B. jedes Mal, wenn du durch die Haustür gehst, dir die Hände wäschst, die Zähne putzt, die Schuhe bindest etc.

Du kannst dann auch konkreter werden, indem du beabsichtigst, bewusst zu werden, sobald eines deiner Traumsignale erscheint. Traumsignale sind bestimmte Situationen, Gefühle, Personen, Orte, Handlungen, Gegenstände etc., die in deinen Träumen häufig wiederkehren. Es sollte aber etwas sein, das im Alltagsleben nicht (mehr) aktuell ist. Also z.B. eine Katze, die bereits verstorben ist, exotische Orte oder merkwürdige Situationen, die du aus dem Alltag nicht kennst, eine frühere Wohnung, aus der du ausgezogen bist, Menschen, mit denen du keinen Kontakt mehr hast etc. Traumsignale findest du, wenn du dich an deine Träume erinnerst bzw. dein Traumtagebuch durchgehst. Ist beispielsweise deine verstorbene Katze ein Traumsignal, dann sage dir: „Das nächste Mal, wenn mir [Name der Katze] begegnet, weiss ich, dass ich träume.“ Beabsichtige ausserdem, dich an bestimmte Handlungen zu erinnern, die du in deinen Träumen ausführen möchtest, z.B. fliegen, mit Traumcharakteren sprechen oder Gegenstände manipulieren. Sage dir deine Absicht nicht nur auf, sondern visualisiere sie. Stelle dir z.B. vor, wie dir deine Katze erscheint, wie du vermutest, dass du träumst, und wie du dann deinen Zustand prüfst. Stelle dir weiterhin bildlich vor, was du dann tust, wenn du erkannt hast, dass du träumst. Während des Träumens den Traumzustand zu erkennen, ist in der Literatur als Dream Induced Lucid Dreaming (DILD) bekannt. Wenn du dies mithilfe von erinnerten Absichten tust, sprechen Klarträumerinnen und Klarträumer von Mnemonic Induced Lucid Dreaming (MILD).

Übungen für das Einschlafen

Lege dich an einem ruhigen Ort hin, wo du ungestört schlafen kannst. Vor dem Einschlafen wiederholst du folgende Übungen, die oben beschrieben wurden: 1) deine Absichten für das Träumen; 2) das Einfühlen; und 3) die Konzentration auf deine inneren Lichter. Versuche, die inneren Lichter so lange wie möglich im Bewusstsein zu halten, während du allmählich einschläfst.


„Seit wann schweben Wale am Himmel?
„Seit wann schweben Wale am Himmel?“ Eine kritische Haltung fördert die Erkenntnis des Traumzustandes (Quelle: 6.11.25).

Übungen für das Träumen


Nun bist du im Traum bewusst geworden. Vielleicht hast du dich plötzlich an deine Absichten erinnert oder ein Traumsignal erkannt. Vielleicht konntest du auch eine kritische Haltung bewahren und hast absurde Phänomene bemerkt („Seit wann schweben Wale am Himmel?“). Vielleicht hast du es sogar geschafft, bewusst einzuschlafen. Du glaubst also, dass du träumst. Was nun?


Prüfung des Zustands

Als Erstes prüfst du den Zustand, wie du es im Alltag tust (auf Hände schauen, durch zugehaltene Nase atmen, aufspringen, auf einen festen Gegenstand drücken o. Ä., siehe oben). Wenn du endgültig feststellst, dass du träumst, dann sag es laut: „Ich träume!“


Stabilisierung des Traums

Träume sind generell instabil, und das bewusste Träumen ist keine Ausnahme. Schon nur die Freude über die Bewusstwerdung im Traum kann dem bewussten Träumen ein vorzeitiges Ende bereiten. Um den Traum zu stabilisieren und zu verlängern, braucht es die bewusste Interaktion mit seiner Realität. Eine Möglichkeit ist es, die Aufmerksamkeit auf die Umgebung zu richten, wie du es auch im Wachzustand übst (siehe oben: Aufmerksamkeit). Blicke hierzu auf die Phänomene in der Traumumgebung. Du kannst auch auf die eigenen Hände blicken. Vermeide es aber, die Traumgegenstände anzustarren, da du damit starke Veränderungen provozierst und schliesslich aufwachen könntest. Eine andere Möglichkeit ist, den Gefühlskörper zu bewegen: Drehe dich z.B. um die eigene Achse, oder klopfe oder reibe deinen Kopf, den Rumpf oder die Arme und Beine ab. Für manche funktioniert auch, sich nach hinten auf den Rücken fallen zu lassen. Führe die Übung zur Stabilisierung regelmässig durch, oder wann immer du merkst, dass sich der Traum aufzulösen beginnt.


Experimentiere und sammle Erfahrung

Bevor du die spezifischeren Traumübungen der Seher anwendest, experimentiere zunächst mit dem bewussten Träumen und sammle Erfahrung. Worauf hast du gerade Lust? Du bist frei, alles zu tun, was du willst. Du brauchst es nur zu beabsichtigen – entweder durch die Erinnerung, durch deinen Willen, oder indem du deinen Wunsch direkt im Traum aussprichst. Hier ein paar Anregungen:

Sinneswahrnehmung: Sinnliche Erfahrungen sind in Träumen oft intensiver als im Wachzustand. Nutze deine Traumsinne und nimm bewusst wahr, was um dich herum geschieht. Zwar ist der visuelle Sinn auch in Träumen vordergründig, doch die Nutzung der anderen Sinne ist ebenfalls ein Erlebnis. Gehe beispielsweise in ein Konzert und höre die Musik deiner Lieblingsband. Oder besuche ein Restaurant und lasse dir die köstlichsten Speisen schmecken.

Romantik und Sex: Die meisten Klarträumerinnen und Klarträumer nutzen ihre Gabe auch, um „traumhafte“ romantische und sexuelle Erfahrungen zu machen. Finde heraus, was hier möglich ist und wie sich das anfühlt. Falls du eine Form der Enthaltsamkeit lebst, die Sexualität zulässt, die Kraft des Orgasmus aber nach innen leitet, kannst du den Traumsex als Übungsfeld dafür nutzen. Eine mögliche Übung findest du in News 1/20.

Reisen: Lust auf einen Abstecher zu exotischen Orten? Erkunde traumhafte Südseestrände, die Tiefen des Ozeans, den Weltraum, ferne Sterne. Oder auch einfach nur die Wohnungen der Nachbarn. Stelle dir den gewünschten Ort vor oder sprich den entsprechenden Wunsch aus – und schon bist du dort …

Fliegen: … oder aber du fliegst dorthin. Fliegen ist ein Klassiker des Träumens, und das gilt für das bewusste Träumen umso mehr. Springe auf und fliege davon. Oder lasse dich aus grosser Höhe fallen und wandle das Fallen in ein Fliegen um.


„Fliegen ist ein Klassiker des bewussten Träumens.
Fliegen ist ein Klassiker des bewussten Träumens. (Quelle: 6.11.25).

Traumfiguren: Unterhalte dich mit deinen Traumfiguren. Gib nicht auf, wenn du auf einen schweigsamen oder stumpfsinnigen Traumzeitgenossen triffst, sondern suche weiter. Menschen aus aller Welt berichten immer wieder davon, dass sie in ihren Träumen Charakteren mit erstaunlicher Weisheit und Bewusstheit begegnen. Manche stellen offen die Frage, ob das wirklich noch Projektionen des eigenen Bewusstseins sind oder aber eigenständige Wesen. Ziehe los, frage deinen Traumfiguren Löcher in den Bauch und finde es heraus.

Aufwachen: Normalerweise wachst du aus bewussten Träumen schneller auf, als dir lieb ist. Doch vielleicht willst du an einem bestimmten Punkt willentlich aufwachen, etwa, weil dir der Traumzustand zu viel wird, oder weil du ein Bild oder eine Erkenntnis sofort notieren möchtest, um sie nicht zu vergessen. Dafür gibt es erprobte Vorgehensweisen, die entweder mit dem Willen, der Konzentration oder dem Reizentzug arbeiten.

- Wille: Erinnere dich daran, dass du schläfst und träumst, und entscheide dich bewusst dafür, aufzuwachen. Wenn das allein nicht ausreicht, sprich deinen Wunsch laut aus: „Ich will aufwachen!“

- Konzentration: Fixiere einen Gegenstand in deiner Traumwelt, um den Traum zu destabilisieren. Aus Schlafstudien ist bekannt, dass dies die Augenbewegungen der in der REM-Phase Träumenden verlangsamt oder stoppt. Träumende berichten davon, wie die Traumbilder dann verwischen, die Szenerie sich auflöst und sie erwachen.

- Reizentzug: Ziehe deine Aufmerksamkeit von der Traumrealität ab, indem du im Traum schlafen gehst oder einfach die Augen schliesst.

Achtung: Alle diese Methoden können auch dazu führen, dass du nur die Traumszene wechselst und nicht wirklich aufwachst. Auch ein sog. „falsches Erwachen“ ist möglich, d.h. du glaubst, du bist erwacht, bis du feststellst, dass du noch immer träumst. Probiere aus, welche Methode für dich am besten funktioniert.

Literatur/Links:


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